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LEXIKON

Anthroposophie

[
griechisch „Menschenweisheit“
]
von R. Steiner 1912 begründete, aus der Theosophie hervorgegangene, christlich orientierte Weltanschauung, die den Anspruch auf wissenschaftliche Erforschung der übersinnlichen Welt erhebt. Neben spekulativ-mystischen Elementen sind in der Anthroposophie vor allem Goethes Naturauffassung und die idealistische Geistlehre (Wirklichkeit als stufenweise Selbstoffenbarung des Geistes) eingegangen, aus der auch die Reinkarnation des menschlichen Geistes abgeleitet wird. Die Anthroposophie versucht eine umfassende Deutung aller Natur- und Kulturbereiche sowie eine freiheitliche und ganzheitliche Lösung der politischen und wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart. Sie nahm Einfluss auf die ganzheitliche Medizin und kreativ therapeutische Verfahren (z. B. Musiktherapie). Als geistiges Zentrum der anthroposophischen Bewegung gründete Steiner das Goetheanum, eine freie Hochschule für Geisteswissenschaft, in Dornach bei Basel. Ein weiteres Zentrum anthroposophischer Arbeit ist die 1982 gegründete Privatuniversität Witten-Herdecke. Von pädagogischer Bedeutung sind die Waldorfschulen.
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