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Burenkrieg

Burenkrieg: Britische Batterie
Burenkrieg: Britische Batterie
Die britische 28. Batterie rückt 1900 in der Ebene um den Spionskop in Südafrika gegen Stellungen der Buren vor.
bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und den Burenrepubliken Transvaal und Oranjefreistaat 18991902. Seit 1886 hatte der Goldbergbau in Transvaal zu einer derartigen wirtschaftlichen Überlegenheit dieser Republik in Südafrika geführt, dass die britischen Kolonien Natal und Kapkolonie abhängig zu werden drohten. Großbritannien versuchte daraufhin, die selbständige Republik an eine südafrikanischen Zollunion zu binden und ging dabei bis zum Putschversuch (Jameson Raid 1895). Es traf dabei auf die kompromisslose Haltung des Transvaal-Präsidenten P. Kruger, die durch das Deutsche Reich („Kruger-Depesche“ 1896) unterstützt wurde. Die deutsche Einmischung berührte nach britischer Auffassung wiederum lebenswichtige Interessen des Britischen Empire, so dass nach gegenseitigen Ultimaten am 11. 10. 1899 der Krieg begann. Den militärisch überlegenen Briten unter den Generälen Roberts und Kitchener gelang es, bis zum September 1900 beide Burenrepubliken zu annektieren. Dem nun beginnenden Guerillakrieg, den die Buren mit größerem Erfolg führten, begegneten die Briten mit der Taktik der „verbrannten Erde“ und der Inhaftierung der Zivilbevölkerung in Konzentrationslagern. Friedensinitiativen (seit Mitte 1900) wurden durch unversöhnliche Haltung auf beiden Seiten verschleppt, so dass es erst am 31. 5. 1902 zum Frieden von Vereeniging kam, der die Burenrepubliken zu britischen Kronkolonien machte, der burischen Identität Zugeständnisse machte (holländische Sprache an den Schulen) und eine „selbstverantwortliche Regierungsform“ in Aussicht stellte. Der Krieg hinterließ die umstrittenen Länder verwüstet und kostete über 50 000 Menschenleben.

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