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Camp-David-Abkommen

[kæmpˈdɛivid-]
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Camp-David-Abkommen: 1978
Camp-David-Abkommen: 1978
Der ägyptische Staatschef Muhammad Anwar As Sadat (links) und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin (rechts) unterzeichneten unter Vermittlung von US-Präsident Jimmy Carter (Mitte) 1978 das Camp-David-Abkommen.
Kurzbezeichnung für zwei Rahmenvereinbarungen zwischen Ägypten und Israel vom 17. 9. 1978. Den Anstoß zur Aufnahme direkter Gespräche zwischen Ägypten und Israel hatte der Besuch des ägyptischen Präsidenten A. Sadat in Jerusalem im November 1977 gegeben. Es folgten langwierige Verhandlungen, in die zunehmend die USA als Vermittler eingriffen. Die abschließenden Verhandlungen fanden im September 1978 in Camp David statt. Das Abkommen unterzeichneten Sadat, der israelische Ministerpräsident M. Begin und der US-amerikanische Präsident J. Carter „als Zeuge“.
In der 1. Vereinbarung („Rahmen für Frieden im Nahen Osten“) bekundeten die Unterzeichnerstaaten ihren Willen, eine „gerechte, umfassende und dauerhafte Lösung des Nahostkonflikts“ zu erreichen. Insbesondere kamen sie überein, Verhandlungen über die Gewährung voller Autonomie an die Bewohner der von Israel besetzten Gebiete (Westjordanland und Gazastreifen) zu führen und hierzu auch Jordanien und Vertreter der Palästinenser einzuladen.
Die 2. Vereinbarung („Rahmen für den Abschluss eines Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel“) sah insbesondere vor: Rückgabe des Sinai an Ägypten, Begrenzung der ägyptischen militärischen Präsenz auf dem Sinai, freie Durchfahrt für israelische Schiffe durch den Suezkanal, Aufnahme normaler Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Aufgrund der 2. Vereinbarung wurde am 26. 3. 1979 in Washington der ägyptisch-israelische Friedensvertrag geschlossen, und die getroffenen Abmachungen wurden anschließend verwirklicht. Eine Einigung über palästinensische Selbstverwaltung wurde erst in den 1990er Jahren erzielt.