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LEXIKON

Frühsozialismus

Oberbegriff für die Gesamtheit der sozialist. Ideen, die sich mit dem Aufkommen des Industriekapitalismus vom Übergang des 18. zum 19. Jh. entwickelten u. die eine Vorstufe des wissenschaftl. Sozialismus von K. Marx u. F. Engels bilden. Hauptvertreter in Frankreich u. a. F. N. Babeuf, F. M. C. Fourier, P. J. Proudhon u. C. H. de Saint-Simon, in England R. Owen. Charakteristisch für den F. ist seine Ausrichtung an Anarchismus u. Utopismus. Im Gegensatz zu Aufklärung, Liberalismus u. Idealismus ging es den Frühsozialisten vornehmlich um die Verbesserung der materiellen Lage der durch die Industrialisierung verelendeten Massen. Davon ausgehend lieferten sie utopische Gegenentwürfe zum Bestehenden. Diese Entwürfe enthalten bereits gedankliche Elemente, die sich in der marxist. Lehre wieder finden, so die kollektive Bewirtschaftung des Ackerlandes oder die gewaltsame gesellschaftl. Umwälzung. Dabei geraten die Widersprüche zwischen der raschen techn. Entwicklung u. der Struktur der bürgerl. Gesellschaft ins Blickfeld sozialer Analysen. Die moderne Industrie wird als Grundpfeiler der ökonom. Entwicklung erkannt. Die Gemeinsamkeit all dieser unterschiedl. Theorieansätze liegt in dem Wunsch, eine soziale Ordnung zu schaffen, in der die Widersprüche der bürgerl. Gesellschaft aufgehoben sind.
F. Jonas, Gesch. der Soziologie. Bd. 1. 1976. A. Meyer, F. Theorien der sozialen Bewegung 17891848. 1977.
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