Lexikon

Goldblum

Jeff, US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler, * 22. 10. 1952 Pittsburgh, Pennsylvania. Filme u. a.: „Nashville“ 1975; „Der Stadtneurotiker“ 1977; „Kopfüber in die Nacht“ 1984; „Die Fliege“ 1986; „Jurassic Park“ 1993; „Independence Day“ 1996; „Vergessene Welt: Jurassic Park“ 1997; „Die Tiefseetaucher“ 2004.
  • Deutscher Titel: Nashville
  • Original-Titel: NASHVILLE
  • Land: USA
  • Jahr: 1975
  • Regie: Robert Altman
  • Drehbuch: Joan Tewkesbury
  • Kamera: Paul Lohmann
  • Schauspieler: David Arkin, Barbara Baxley, Ned Beatty, Geraldine Chaplin
  • Auszeichnungen: Oscar 1976 für Filmsong
Bei der New-Yorker Uraufführung am 11. 6. 1975 loben die Kritiker den Film »Nashville« als Meisterwerk von Regisseur Robert Altman. Er wirft einen Blick auf die amerikanische Gesellschaft, in der der äußere Schein gewahrt, Imagepflege betrieben werden muss.
Die Handlung besteht aus vielen kleinen Episoden mit nicht weniger als 24 »Hauptdarstellern«. Sie alle treffen zur 200-Jahrfeier der USA in Nashville ein: So die gefeierte Sängerin Barbara Jean, der alternde Country-Star Haven Hamilton oder Präsidentschaftskandidat John Triplette. Zeitweise kreuzen sich die Wege der Protagonisten. Sie treffen sich schließlich bei der großen Wahlparty, wo ein junger Mann plötzlich auf die Sänger schießt. Bevor die Menge in Panik gerät, stimmt eine junge Sängerin ein Lied an. Damit ist die Menge beruhigt. Schließlich heißt es: »The show must go on.«
  • Deutscher Titel: Der Stadtneurotiker
  • Original-Titel: ANNIE HALL
  • Land: USA
  • Jahr: 1977
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts, Carol Kane
  • Auszeichnungen: Oscars 1978 für Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin (Diane Keaton)
Mit Alvy Singer betritt eine Figur die Leinwand, der Woody Allen in vielen seiner folgenden Filme treu bleiben wird: »Der Stadtneurotiker«.
Alvy Singer (Woody Allen) lebt in New York, ist 42 Jahre und erfolgreicher Komiker im Fernsehen. In seinem Privatleben jedoch herrscht Chaos gerade erst hat ihn seine Freundin Annie Hall (Diane Keaton) verlassen. In Rückblenden erinnert sich Alvy an seine große Liebe und sucht Gründe für ihr Scheitern, speziell in seiner trüben Kindheit und in seinen komplizierten Frauen-Beziehungen. Dabei wendet sich Allen als Alvy häufig direkt an die Zuschauer und erzählt mit Ironie und bissigem Wortwitz vom Elend der Intellektuellen, das in dem Satz mündet: »Man kann als Intellektueller absolut brillant sein, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben.«
Der kauzige, melancholische und depressive Intellektuelle, der im Dschungel von Manhattan hemmungslos seine Macken kultiviert, ist das Alter ego des Regisseurs: Nach den Albereien, dem Slapstick und der Parodie seiner frühen Filme ist Allen endlich bei sich selbst angekommen. Autobiografische Elemente aus seiner Kindheit als Sohn jüdischer Kleinbürger in Brooklyn finden sich ebenso wieder wie seine langjährigen Erfahrungen mit der Psychoanalyse und seine Erlebnisse als Entertainer.
»Der Stadtneurotiker« wird überraschend mit vier Oscars ausgezeichnet. Doch bei der 50. Verleihung des Academy Award glänzt Allen, der nie ein Hehl aus seiner Verachtung für Hollywood gemacht hat, durch Abwesenheit. Mit Einnahmen in Höhe von 25 Mio. US-Dollar ist der Film Allens kommerziell erfolgreichstes Werk.
  • Deutscher Titel: Kopfüber in die Nacht
  • Original-Titel: INTO THE NIGHT
  • Land: USA
  • Jahr: 1984
  • Regie: John Landis
  • Drehbuch: Ron Koslow
  • Kamera: Robert Paynter
  • Schauspieler: Jeff Goldblum, Michelle Pfeiffer, Richard Farnsworth, Irene Papas, Kathryn Harrold
Der betrogene Ehemann Ed Okin (Jeff Goldblum) leidet unter Schlaflosigkeit und Konzentrationsmangel. Bei einer seiner nächtlichen Streifzuge durch Los Angeles begegnet ihm die geheimnisvolle Diana (Michelle Pfeiffer). Er rettet sie vor ihren Verfolgern, ohne zu wissen, dass die Schöne den Thronschatz des Schahs von Persien gestohlen hat. Ed wird immer mehr in die Rolle des Helden und Beschützers gedrängt, die ihm eigentlich gar nicht liegt. Er bewältigt die Herausforderung mit linkischer Eleganz und wird schließlich mit der Frau seines Herzens und einer Belohnung entschädigt.
Der von John Landis inszenierte witzige Thriller bietet gehobene Unterhaltung, was auch den überzeugenden Darstellern zu verdanken ist. Allerdings mangelt es dem Film an einem strengen Handlungsaufbau. Einzelne Sequenzen scheinen ohne innere Logik aneinander geknüpft zu sein.
  • Deutscher Titel: Jurassic Park
  • Original-Titel: JURASSIC PARK
  • Land: USA
  • Jahr: 1993
  • Regie: Steven Spielberg
  • Drehbuch: Michael Crichton, David Koepp
  • Kamera: Dean Cundey
  • Schauspieler: Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough
»Saurier« haben schon immer eine außergewöhnliche Faszination auf die Menschen ausgeübt, was sich mit über drei Dutzend Riesenechsen-Filmen auch in der Kinogeschichte niedergeschlagen hat. Steven Spielbergs »Jurassic Park«, der sich anschickt, »E. T.« vom Platz 1 der ewigen Bestsellerliste zu verdrängen, dürfte gerade in puncto Perfektion so etwas wie einen visuellen Endpunkt dieser Entwicklung darstellen. Schon im Vorfeld zeichnet sich weltweit eine »Dino-Manie« ab, die der Spielzeugbranche gute Umsätze beschert.
In dem nach Michael Crichtons Romanvorlage entstandenen Film erweckt ein Milliardär (Richard Attenborough) Dinosaurier zu neuem Leben, indem er ihren genetischen Code aus dem Mageninhalt von bernsteinumhüllten Insekten entschlüsselt, die vor Millionen Jahren die Echsen gestochen haben, die jetzt zu neuem Leben erweckt werden. Die Tiere leben in einem Vergnügungspark, bei dessen Vorbesichtigung drei Wissenschaftler und zwei Kinder infolge technischer Fehler in lebensbedrohliche Situationen geraten.
Bei allen Tricks und Spezialeffekten hat Spielbergs »Jurassic Park« mit Kino im ursprünglichen Sinn nicht mehr viel gemein. Jeder, der die Vorschau sieht, hat eigentlich alles gesehen, was der Film visuell zu bieten hat: Einige Minuten animierte Präsentation von Dinosauriern; die technische Perfektion lässt jedoch keinen Raum mehr für Imagination und Fantasie, ein Ziel, das Kino eigentlich verfolgen sollte. Hinter den technischen Qualitäten der Action-Szenen bleiben die Entwicklung der einzelnen Figuren und die Dialoge weit zurück. So kann Hollywood-Wunderkind Spielberg, der zwei Jahrzehnte lang einzigartige Action-Filme und Märchen von ungewöhnlicher Qualität realisierte (»Der weiße Hai«, 1974; »E. T.«, 1982; »Die Farbe Lila«, 1986), trotz klingelnder Kassen nicht an die künstlerische Qualität der letzten Jahre anknüpfen.
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