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Heiligenverehrung

allgemein die Anrufung und kultische Verehrung von Menschen, in denen sich beispielhaft die göttliche Gnade ausgeprägt hat. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts setzte die kultische Verehrung der christlichen Märtyrer an ihren Gräbern ein, nach der Verfolgungszeit auch die von Bekennern. Orte des Kults waren das Grab und die über Gräbern oder Reliquien errichteten Kirchen und Altäre.
Die Reformatoren wandten sich gegen Missbräuche in der Heiligenverehrung und lehnten die Mittlerrolle der Heiligen ab, verstanden diese aber als Vorbilder des Glaubens. Die katholische Kirche erkennt nach wie vor die Aufgabe der Heiligen als Fürsprecher an. In ihrer Verehrung sieht sie eine Form des Gotteslobs. Sie hält die Heiligenverehrung aber nicht für heilsnotwendig. Besonderes Kennzeichen in der Heiligenverehrung der orthodoxen Kirche ist der ausgeprägte Bilder(Ikonen-)kult.
Die katholische Volksfrömmigkeit unterscheidet nicht immer scharf zwischen Verehrung und Anbetung. Die Heiligenverehrung beginnt meist mit der mündlichen oder schriftlichen Verbreitung von Mirakelberichten und äußert sich in andächtigen Handlungen (Gebet, Votiv, Wallfahrt). Aus der großen Zahl verehrungswürdiger Heiliger wird eine Auswahl getroffen (Berufs-, Namenspatrone).

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