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LEXIKON

Holzspanplatte

Spanplatte
plattenförmiger Holzwerkstoff aus Holzspänen oder Spänen anderer verholzter Rohstoffe (Flachs, Hanf, Bagasse), die bei Druck und Hitze unter Zugabe von Kunstharzbindemitteln verleimt und verdichtet worden sind. Das aufbereitete und sortierte Spanmaterial wird getrocknet und beleimt. Nach der Art des Pressvorgangs werden Flachpress- und Strangpressverfahren unterschieden. Im Flachpressverfahren (Bindemittelgehalt 510%) werden die Späne maschinell kontinuierlich zu einem ein- oder mehrschichtigen Spänevlies geschüttet, wobei sie vorwiegend parallel zur Plattenebene liegen. Das Pressen der Platten und Aushärten des Bindemittels erfolgt in hydraulischen Heizpressen oder kontinuierlich in Bandpressen bei 140160 °C. Im Strangpressverfahren werden die Späne mit 3,55% Bindemittel beleimt und mit einem Pressstempel durch einen beheizten Formkanal gepresst. So entsteht ein endloser Plattenteppich, in dem die Späne vorzugsweise parallel zur Plattenebene und senkrecht zur Pressrichtung liegen. Die Eigenschaften der Holzspanplatten hängen von der Art und Menge der Bindemittel, vom Pressdruck sowie von Form und Größe der Späne ab. Holzspanplatten können mit Edelholzfurnieren oder Kunststoff beschichtet werden. Verwendung: im Möbel- und Innenausbau, Schiffs-, Fahrzeug- und Fertighausbau, bei Sonderverleimung auch im Außenbau. Industriell bedeutsam wurde die Holzspanplattenfertigung in Deutschland seit etwa 1950.
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