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LEXIKON

Kazan

[
kəˈza:n
]
Elia, eigentlich E. Kazanjoglous, US-amerikanischer Filmregisseur, -autor und Produzent, * 7. 9. 1909 Istanbul,  28. 9. 2003 New York; kam 1913 in die USA; Hauptwerke: „Endstation Sehnsucht“ 1951; „Die Faust im Nacken“ 1954; „Jenseits von Eden“ 1955; „Baby Doll“ 1956; „Der letzte Tycoon“ 1976; schrieb auch Romane.
  • Deutscher Titel: Endstation Sehnsucht
  • Original-Titel: A STREETCAR NAMED DESIRE
  • Land: USA
  • Jahr: 1951
  • Regie: Elia Kazan
  • Drehbuch: Tennessee Williams
  • Kamera: Harry Stradling
  • Schauspieler: Vivien Leigh, Marlon Brando, Karl Malden
  • Auszeichnungen: Oscars 1952 für Hauptdarstellerin (Vivien Leigh), Nebendarsteller (Karl Malden), Nebendarstellerin (Kim Hunter), Filmfestival Venedig 1951 für Hauptdarstellerin, Spezialpreis der Jury
Elia Kazan setzt mit seinem Filmdrama »Endstation Sehnsucht« das gleichnamige Bühnenstück von Tennessee Williams für die Leinwand um. Kazan hatte das Stück zuvor bereits für die Bühne inszeniert. Für seinen Film wählt er bis auf Vivien Leigh, die neu hinzukommt, dieselbe Besetzung wie bei der Broadway-Aufführung.
Blanche (Vivien Leigh) ist eine labile Frau, die ihr trübseliges Leben vergessen möchte. Sie stürzt sich in den Alkohol und sucht Unterschlupf bei ihrer Schwester Stella (Kim Hunter). Ihr Schwager Stanley Kowalsky (Marlon Brando), der sie mit seiner brutalen Körperlichkeit zugleich anzieht und abstößt, löst in ihr heftige Gefühlsverwirrungen aus. Blanche hofft auf eine gemeinsame Zukunft mit dem schüchternen Mitch (Karl Malden). Kowalsky zerstört ihre Bindung jedoch, indem er sie vergewaltigt. Psychisch zerstört wird sie in eine Nervenklinik eingewiesen.
In den USA erregt der Film wegen seines für die 50er Jahre außergewöhnlich offenen Umgangs mit Sexualität großes Aufsehen. Trotz der Kritik einiger Interessenverbände avanciert »Endstation Sehnsucht« bald zu einem Kultfilm.
Die theaternahe und originalgetreue Inszenierung Kazans wird zum Vorbild für viele Regisseure, die Theaterstücke für den Film adaptieren. Fast alle Szenen finden in der beengten Wohnung der Kowalskys statt, wodurch Blanches Ausgeliefertsein noch betont wird. Das Ergebnis ist ein bestechendes psychologisches Kammerspiel, das anrührt und verstörend wirkt.
Die Kritik feiert vor allem Marlon Brando als neue Entdeckung. Die Rolle des unangepassten Außenseiters, der seine Körperlichkeit nicht verleugnet, prägt Brandos Image nachhaltig. Er wird zu einem der ersten Idole für die protestierende Jugend in den 50er Jahren.
  • Deutscher Titel: Die Faust im Nacken
  • Original-Titel: ON THE WATERFRONT
  • Land: USA
  • Jahr: 1954
  • Regie: Elia Kazan
  • Drehbuch: Budd Schulberg
  • Kamera: Boris Kaufman
  • Schauspieler: Marlon Brando, Lee J. Cobb, Eva Marie Saint, Karl Malden
  • Auszeichnungen: Oscars 1955 für Film, Regie, Hauptdarsteller (Marlon Brando), Nebendarstellerin (Eva Marie Saint)
Regisseur Elia Kazan übt in »Die Faust im Nacken« Sozialkritik, die in ihrer Schärfe beispiellos ist. Doch der realistische Film wird bald als Klassiker der Filmgeschichte gefeiert acht Oscars sind der Lohn.
Schauplatz ist der New Yorker Hafen: Ex-Boxer Terry (Marlon Brando) gerät in die finsteren Machenschaften des Gewerkschaftsbosses Friendly (Lee J. Cobb) und verschuldet ungewollt den Mord an einem Dockarbeiter. Durch die Hilfe von Pater Barry (Karl Malden), der im Hafenviertel aktiv ist, und seine Liebe zu Edie (Eva Marie Saint) kann sich Terry, der mehr und mehr unter der Gewalttätigkeit leidet, aus dem Gewerkschaftsmafia-Milieu befreien.
An Originalschauplätzen gedreht, vermittelt der Film die Eintönigkeit, die die Gewaltbereitschaft schürt. Als überragend werden die schauspielerischen Leistungen und die Bildsprache bewertet.
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