Wahrig Herkunftswörterbuch
Perle
von einem Weichtier, bes. der Perlmuschel, abgesondertes, schimmerndes Gebilde von annähernd Kugelform
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die Herkunft ist umstritten, vielleicht aus
[Info]spätlat.
per(n)ula, Verkleinerungsform zulat.
perna „Art Muschel“, oder auslat.
spherula „kleine Kugel“ oder auslat.
perna undlat.
spherula vermischt; die älteredt.
Form berle (so z. B. bei Luther) brachte man mit Beere zusammenPerle: Perlen vor die Säue werfen
Um ein Bibelzitat handelt es sich bei der Redewendung Perlen vor die Säue werfen „jemandem etwas Kostbares vorsetzen, der damit nichts anzufangen weiß“. In Matthäus 7, Vers 6 spricht Jesus in der Bergpredigt folgende Worte: „Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf dass sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren Füßen [...].“ Im Lateinischen heißt es: „Neque mittatis margaritas vestras ante porcos [...].“ Vor vielen Jahrhunderten verwechselten niederländische und flämische Holzschnitzer das Wort margarita, das im Griechischen wie im Lateinischen „Perle“ bedeutet, mit dem frz. marguérite „Gänseblümchen“, und so kann man heute noch auf mancherlei kirchlichem Chorgestühl statt der Perlen Blumen sehen, die vor die Säue geworfen werden. Die Verwechslung kommt aber nicht von ungefähr, denn schon der griechische Plural margaritas bedeutet neben „Perle“ auch „Brotkrümel“. Nach einer Tradition der byzantinischen Kirche wurde geheiligtes Brot nicht selten in Krümel zerlegt. Übersetzt man margaritas also als „Krümel heiligen Brotes“, will Jesus damit ursprünglich sagen, dass man unreinen Tieren keine heiligen Gegenstände vorwerfen solle, weil man sich so versündige.
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