Lexikon
Nanuk, der Eskimo
- Deutscher Titel: Nanuk, der Eskimo
- Original-Titel: NANOOK OF THE NORTH
- Land: USA
- Jahr: 1922
- Regie: Robert J. Flaherty
- Drehbuch: Robert J. Flaherty
- Schauspieler: Nanuk, Nyla und ihre Kinder
Die französische Filmgesellschaft Pathé zeigt in New York den Dokumentarfilm »Nanuk, der Eskimo«, der – völlig unerwartet – von der Kritik wie auch vom Publikum begeistert aufgenommen wird.
Regie führt der in Kanada aufgewachsene US-Amerikaner Robert J. Flaherty, der allein aus dokumentarischem Interesse zum Film kam. Von 1910 bis 1916 führte er vier Expeditionen in die nordkanadische Subarktis durch, doch das Filmmaterial, das er mitbrachte, verbrannte. Für »Nanuk, der Eskimo« lebte Flaherty zwei Jahre mit den Inuit, wie sich die Ureinwohner dieses Gebiets selbst nennen. In liebevollen, allerdings auch romantisierenden Bildern schildert er den Alltag Nanuks und seiner Familie, ihre Jagdgewohnheiten und ihren Kampf gegen die Natur.
Nach dem Erfolg von »Nanuk« erhält Flaherty freie Hand zur Realisierung weiterer Filme über fremde Völker. 1923–1925 entsteht »Moana«, ein Film, der die Bewohner der Südseeinsel Samoa – wieder ist eine Familie exemplarisch herausgegriffen – bei ihren alltäglichen Verrichtungen zeigt.
Flaherty gilt als einer der Väter des Dokumentarfilms, er zeigt die Menschen in authentischen Situationen. Sein Werk unterscheidet sich durch lange, lyrische Einstellungen und eine persönliche Färbung grundlegend von der sowjetrussischen Schule. Letztere begreift den Film als agitatorisches Mittel und arbeitet mit sehr kurzen Schnitten.
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