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LEXIKON

Piłsudski

[pi:wˈsutski:]
Józef, polnischer Politiker (PPS), * 5. 12. 1867 Zułówo bei Wilna,  12. 5. 1935 Warschau; 1892 Mitgründer der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS), 19081914 Organisator geheimer „Schützenverbände“, die er 1914 zur 1. Brigade der Polnischen Legion machte (zum Kampf um die Unabhängigkeit Polens). Als ihr Kommandant nahm er zunächst auf österreichischer Seite am Krieg teil, geriet aber nach der Proklamation des Königreichs Polen mit den Mittelmächten in Konflikt und war 1917/1918 in Magdeburg in Haft. Sein legendärer Ruf beim polnischen Volk verschaffte ihm 1918 (bzw. 1919) die Stellung eines „Staatschefs“ und „obersten Führers“ (bis 1922). 1919/20 führte er, im Endergebnis erfolgreich, den Krieg um die einst polnischen ukrainischen und weißrussischen Gebiete gegen Sowjetrussland. 1922 zog er sich aus dem politischen Leben zurück, stürzte jedoch im Mai 1926 die parlamentarische Regierung und herrschte seitdem faktisch als Diktator Polens, wobei er als offizielle Ämter abgesehen von einer kurzen Zeit als Ministerpräsident nur das des Kriegsministers und des Generalinspekteurs der Streitkräfte ständig innehatte. Obwohl Piłsudski ein Gegner Russlands und Deutschlands war, suchte er durch Nichtangriffsverträge mit der UdSSR (1932) und dem Deutschen Reich (1934) die gespannten Beziehungen Polens zu diesen Nachbarn zu normalisieren und die Grenzen zu sichern.
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