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Welche Neuerungen führte Parler ein?

Mit freier Hand verteilte er am Außenbau des Chores die unterschiedlichsten Ausformungen von Maßwerk, nicht mehr starr gereiht, sondern mit vielfältigen Variationen. Bauglieder sitzen nicht mehr nur nebeneinander, sondern durchdringen sich. Im Inneren ist Parlers Hand über dem noch von Arras gebauten Arkadengeschoss leicht zu erkennen: Die gesamte Zone darüber scheint von einer rhythmischen Wellenbewegung erfasst, eine gitterartige, lichtdurchströmte Triforiumszone (der niedrige Laufgang über den Arkaden) gewährt ungekannte Durchblicke und selbst das Chorgewölbe ist in seiner Anlage innovativ – alles Neuheiten, die hier erstmals in die gotische Baukunst Eingang fanden.

Im Triforium brachte Parler elf Büsten (1374–1385) an, die in ihrer erfrischend individuellen Gestaltung die Renaissance vorwegnehmen und zum Bedeutendsten zählen, was spätmittelalterliche Skulptur hervorbrachte. Sie zeigen neben Karl IV. samt seinen Gemahlinnen, Brüdern, Eltern, Sohn und Schwiegertochter auch die Dombaumeister Matthias von Arras und Parler selbst, der sich mit Zunftzeichen verewigte.

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