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LEXIKON

Polychlorbiphenyle

[griechisch]
polychlorierte Biphenyle
Abkürzung PCB, giftige, synthetische organische Chlorverbindungen, die Krebs auslösen können und früher vor allem als Flammschutzmittel, Wärmeaustauschflüssigkeiten, hitzebeständige dielektrische Materialien für Kondensatoren, Imprägnierungen, Weichmacher und Zusätze für Schutzanstriche von Holz oder Metallen eingesetzt wurden. Alle PCB-Gemische haben einen geringen Dioxin-Gehalt, der bei Erhitzung ansteigt. PCB sind inzwischen in allen Umweltmedien verteilt, besonders hohe Konzentrationen können in Innenräumen auftreten, z. B. durch alte undichte Lampenkondensatoren oder PCB-haltige Kittmassen. Wegen ihrer umweltbelastenden (hohe Persistenz) und reproduktionstoxischen Eigenschaften war der Einsatz von PCB durch EG-Richtlinien seit 1976 auf geschlossene Systeme (z. B. Befüllung von Transformatoren) beschränkt, 1989 wurden Herstellung, Inverkehrbringen und Verwendung in Deutschland verboten. Die Chemikalien-Verbots-Verordnung schreibt vor, dass neue Erzeugnisse PCB-frei sein müssen. 2001 wurde mit der „Stockholmer Konvention“ ein weltweites Verbot von PCB beschlossen.
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