Lexikon

Präsidiạlsystem

Präsidentschaftssystem
eine republikanische Regierungsform, die dem Präsidenten als Staatsoberhaupt entscheidende Rechte zur politischen Gestaltung einräumt. Während das aus dem Konstitutionalismus hervorgegangene westeuropäische Verfassungssystem dem Präsidenten eine vornehmlich repräsentative Stellung zuweist (vorangegangene Entmachtung des Monarchen), hat z. B. die Verfassung der USA dem Präsidenten eine erhebliche Machtfülle zuerkannt, dafür allerdings seine Amtszeit verhältnismäßig kurz bemessen. Der Präsident der USA ist Staatsoberhaupt und Chef der Regierung, oberster Befehlshaber und Inhaber der auswärtigen Gewalt. Er ist vom Parlament unabhängig (kein parlamentarisches System) und bildet keine Regierung im eigentlichen Sinn, sondern ernennt Staatssekretäre als Ratgeber, die er auch wieder entlassen kann. Eine andere Form hat Frankreich unter C. de Gaulle entwickelt (Verfassung von 1958), vor allem in Verbindung mit plebiszitären Entscheidungen (so schon Napoleon I. und Napoleon III.). In beiden Fällen tritt das Parlament in den Hintergrund, und die Exekutive ist weitgehend im Besitz der rechtsetzenden Gewalt.
Esna
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