Lexikon
Pulsạre
ursprünglich die Bezeichnung für englisch Pulsating Radio Stars, Objekte, die regelmäßige Radiopulse aussenden. Der erste Pulsar wurde 1967 von J. Bell und A. Hewish entdeckt (Physik-Nobelpreis für Hewish 1974) und hatte eine Periode von 1,337 Sekunden. Die Identifikation von Pulsaren in Supernovaüberresten – etwa des Pulsars im Krabbennebel – hat ihre Deutung als stellare Überreste der explodierten Sterne entscheidend gefördert. Heute wird die Bezeichnung Pulsar daher für schnell rotierende Neutronensterne verwendet, die mit ihrem starken Magnetfeld in rascher Folge kurze elektromagnetische Strahlungspulse verschiedenster Wellenlängen aussenden; man spricht manchmal von Radiopulsaren, optischen Pulsaren, Röntgen- und Gammapulsaren. Die der Rotationsdauer entsprechende Pulsperiode liegt dabei zwischen einer Tausendstel Sekunde (Millisekundenpulsar) und einigen Sekunden. Die Pulsperiode nimmt bei einzeln stehenden Pulsaren mit dem Alter ab, während sie bei Pulsaren in engen Doppelsternsystemen zunehmen können (spin-up bei Akkretion). Bei der Strahlung der Pulsare handelt es sich um nichtthermische Strahlung, sog. Synchrotronstrahlung von fast lichtschnellen Elektronen im starken, mitrotierenden Magnetfeld des Neutronensterns. In unserem Milchstraßensystem gibt es vermutlich etwa 500 000 Pulsare.
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