Lexikon
Schießbefehl
im allgemeinen Sprachgebrauch der systematischen Einsatz von Schusswaffen an der innerdeutschen Grenze zur Verhinderung „illegaler“ Grenzübertritte. Entsprechende Vorfälle mit Todesfolge gab es seit 1948 in der Sowjetischen Besatzungszone, v. a. aber seit dem Bau der Mauer 1961. Für den Waffeneinsatz gegen DDR-Flüchtlinge gab es zunächst nur mündliche Befehle, eine offizielle Legitimierung erfolgte erst 1982 durch das „Grenz-Gesetz“ (§213 StGB DDR). Bis 1989 starben über 1000 Menschen beim Versuch, die Grenze zu überqueren. Nach der Wiedervereinigung kam es in so genannten Mauerschützenprozessen zu Gerichtsverhandlungen gegen ehemalige Mitglieder des Politbüros und des Nationalen Verteidigungsrates sowie gegen Grenzsoldaten.
Wissenschaft
Pflanzen als Biofilter
Forschende reinigen verseuchte Böden und Gewässer etwa mithilfe von Schilfgewächsen. Auf diesem Weg lassen sich gezielt Rohstoffe gewinnen. von CHRISTIAN JUNG Abgelagert in den Böden oder gelöst in den Gewässern der Erde: Weltweit werden riesige Mengen von Substraten an Orten gemessen, an denen sie ein enormes Schadstoffpotenzial...
Wissenschaft
Leben in der Höllenwelt?
Verwirrende Venus: Forscher streiten um Biomoleküle in der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten. von RÜDIGER VAAS Zürne der Schönheit nicht, dass sie schön ist, dass sie verdienstlos, wie der Lilie Kelch, prangt durch der Venus Geschenk! Lass sie die Glückliche sein! Du schaust sie, du bist der Beglückte“, heißt es in Friedrich...