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LEXIKON

Shakespearebühne

[
ˈʃɛikspi:ə-
]
die Bühne des englischen Theaters zu Shakespeares Zeit. Sie bestand aus einer weit in einen achteckigen oder runden Zuschauerraum vorspringenden, auf Holzblöcken stehenden Vorderbühne (proscaenium), deren Hintergrund von einem dreistöckigen Bühnenhaus begrenzt wurde; davor befand sich das überdachte Zimmer oder die Innenbühne (study), dahinter das Garderobenhaus (mimorem aedes, engl. tiring house), darüber die Kammer (chamber), im dritten Stock ein Ausguck (top), von dem aus z. B. ein Trompeter den Beginn der Aufführung ankündigte. Die Freilichtbühne war von mehreren Galerien umgeben, die für hochrangige Besucher reserviert waren, während das einfache Publikum im Innenhof stand. Weil das Nebeneinander verschiedener gesellschaftlicher Stände als unnormal empfunden wurde, hielt sich diese Form des Theaters nur wenige Jahre; um 1600 gewannen daher neben den „public theatres“ wie das „Rose“ (1588 von P. Henslowe erbaut) und das „Globe“ (1599 von R. Burbage) auch „private theatres“ wie das „Whitefriars“ (1608) und „Phoenix“ (1617) an Bedeutung.
Einziges zeitgenöss. Dokument einer Shakespearebühne ist eine um 1596 entstandene Skizze des Holländers J. de Witt, die er vom Londoner Swan-Theater (ca. 1595 errichtet) anfertigte und die 1888 erstmals veröffentlicht wurde. Sie dient, obwohl umstritten, bis heute als Grundlage für alle Rekonstruktionsversuche.
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