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LEXIKON

Tonbandgerät

Magnettonbandgerät; Bandmaschine
Tonbandgerät
Tonbandgerät
Schematische Darstellung der Anordnung von Tonköpfen (oben). Bei der Aufnahme wird das Tonband vor dem Luftspalt des Tonkopfs vorbeigezogen (unten).
Gerät zum Aufzeichnen und Wiedergeben von Sprache und Musik nach dem Magnettonverfahren. Als Tonträger dient ein Kunststoffband (Normbreite: 6,25 mm, Dicke von 0,01 bis 0,04 mm) mit einer Schicht aus pulverisierten magnetischen Werkstoffen wie Eisenoxid oder Chromdioxid. Das Aufsprechen, Wiedergeben und Löschen von Tonaufzeichnungen erfolgt über Tonköpfe, kleine gekapselte Elektromagnete, deren Polabstand (Spaltbreite) nur wenige tausendstel Millimeter beträgt. Zur Aufnahme wird das Band mit gleichmäßiger Geschwindigkeit an dem Löschkopf, der durch eine hochfrequente Löschspannung (rund 50 kHz) gespeist wird, und an dem Aufnahmekopf vorbeigezogen. Beim Löschvorgang wird die Magnetschicht entmagnetisiert. Dem Aufnahmekopf werden die verstärkten tonfrequenten Spannungen zugeführt. Dabei treten die magnetischen Feldlinien des Spalts in die wirksame Schicht des Tonbands über und magnetisieren sie im Takt des Schalls. Die Magnetisierung bleibt lange erhalten und wird durch häufiges Abspielen nicht verringert. Zur Wiedergabe wird der Vorgang umgekehrt. Im Wiedergabekopf induziert (elektromagnetische Induktion) das bewegte Band Wechselspannungen, die verstärkt und dem Lautsprecher zugeführt werden. Häufig sind Aufnahme- und Wiedergabekopf in einem Kombikopf vereint, der wahlweise verwendet wird.
Im Allgemeinen wird bei einem Durchlauf nur die obere Hälfte des Bandes bespielt, so dass nach Umspulung auch die andere Hälfte ausgenutzt werden kann (doppelte Bandkapazität, Doppelspuraufzeichnung). Viele Amateurgeräte werden sogar mit Doppeltonköpfen mit Viertelspurbreite ausgestattet (vierfache Bandausnutzung, Vierspur). In Stereotonbandgeräten werden jeweils zwei Tonspuren für Aufnahme und Wiedergabe benötigt.
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