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GESUNDHEIT A-Z

Kretinismus

klinisches Bild des angeborenen Schilddrüsenhormonmangels durch Jodmangel oder nicht kompensierte Hypothyreose der Mutter während der Schwangerschaft. Der Mangel an Schilddrüsenhormon während der Fetalentwicklung führt zu irreversiblen Störungen mit allgemeinem Reiferückstand, Kleinwuchs, verminderter Intelligenz bis zur Debilität, Skelettdeformitäten, Gangstörungen, Innenohrschwerhörigkeit oder Taubheit und Schielen. Die Haut ist kühl, trocken und schuppig, Gesicht und Unterschenkel sind ödematös verquollen, die Augen schlitzförmig, die Nase platt, die Stimme leise und scheppernd und die Bewegungen verlangsamt. Neben den äußerlich sichtbaren Veränderungen leiden die Kinder unter Schwäche, rascher Ermüdbarkeit und vermehrtem Schlafbedürfnis, vermehrtem Frieren, Konzentrationsstörungen, Obstipation bis hin zu einem Ileus, Gewichtszunahme, Durchblutungsstörungen, allgemeiner Verlangsamung und Missempfindungen in den Extremitäten. Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen führt zu einer Verbesserung der Beschwerden, beeinflusst jedoch nicht die Fehlbildungen oder die Intelligenzminderung. Seit der Verbreitung jodierten Speisesalzes kommt ein Kretinismus als Neuerkrankung in Europa kaum noch vor. Auch Hypothyreose.
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