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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
zappen:
Der Ausdruck für das Spielen mit der Fernbedienung des Fernsehers kommt aus dem Englischen.
Zap
steht dort lautmalend für ein plötzlich eintretendes Ereignis (entsprechend dem deutschen
Zack
) oder ein scharfes Zischen. Das Verb
to zap
wird im Sinn von „sich schnell und kräftig bewegen“ verwendet, erscheint aber in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts schon in der Bedeutung von „töten durch Schießen“ und „auslöschen“. In amerikanischen Wildwestzeiten gab es den Ausdruck im Sinn von „(den Gegner) abknallen“.
Zappen
enthält Aspekte aller dieser Bedeutungen.
Beim
Zapping
nehmen die Zuschauer in rascher Folge flüchtige Bilder auf und zerhacken den jeweiligen Zusammenhang. Man kann sich
durch die Kanäle zappen,
aber auch
sich aus der Werbung zappen
. In jedem Fall wird das Programm
weggezappt.

Für die Werbebranche ist das
Wegzappen
ein eigenes Thema. Hier gibt es
ZappingAnalysen,
die untersuchen, in welchem Maß die Zuschauer Werbeblöcke im Programm durch Umschalten umgehen. Dabei ist vom
ZappingVerlust
die Rede, womit der Vergleich der Reichweite von Werbeblöcken mit dem Programm davor und danach gemeint ist.
Mit
zappen
hat der Ausdruck
zappenduster
für „völlig dunkel“ überhaupt nichts zu tun. Für seine Entstehung gibt es zwei Herleitungen. Eine bezieht sich auf den
Zapfenstreich,
also in früheren Zeiten den Schlag des Offiziers auf den Zapfhahn des Wirts, um das Ende des Ausschanks anzuzeigen. Die andere führt den Begriff auf das jiddische Wort
zophon
für „Dunkelheit“, „Mitternacht“ zurück.
Zappenduster
wäre demnach „mitternachtsdunkel“.
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