Wahrig Herkunftswörterbuch
Bockshorn
Zu den bis heute rätselhaftesten Redensarten zählt die Wendung jemanden ins Bockshorn jagen (zwingen, treiben etc.). Belege aus dem 16. Jahrhundert lassen darauf schließen, dass man sich bereits damals des Ursprungs nicht mehr bewusst war. Eine mögliche Herkunft ist das Bockshorn in der Bedeutung „Gestell zum Kastrieren der Böcke“, aus dem man später auch ein Folterwerkzeug entwickelte. Auch gab es früher offenbar in Bayern ein Gericht für Sünder wider Sitte und Moral, bei dem die Beschuldigten ein Bocksfell als Zeichen sündiger Wollust tragen mussten und unter Schlägen über ein Haferfeld getrieben wurden. Das Bocksfell hieß ahd. bokkes hamo „Bockshülle, Bockshemd“, hamo wurde eventuell volksetymologisch zu Horn umgedeutet. Darüber hinaus gibt es eine Menge weiterer möglicher Herleitungen. Dass man heute fast ausschließlich das Verb jagen in dieser Wendung gebraucht, hat wohl damit zu tun, dass Martin Luther diese Variante bevorzugte.
Wissenschaft
Anders, als man denkt
„Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.“ Diese Formulierung stammt von Wilhelm Busch, der damit die Erwartungen des 19. Jahrhunderts poetisch auf den Punkt gebracht hat. Damals wurde Wissenschaft zum Beruf, was für den Soziologen Max Weber bedeutete, dass die Welt berechenbar und damit entzaubert wurde. Dies geschah...
Wissenschaft
Wie Stützzellen im Gehirn Alzheimer fördern
Bei der Alzheimer-Demenz lagern sich im Gehirn Plaques aus fehlgefalteten Amyloid-Beta-Proteinen ab. Eine Studie zeigt nun, dass das schädliche Protein nicht nur von Nervenzellen produziert wird, sondern auch von sogenannten Oligodendrozyten, die zum Stützgewebe im Gehirn gehören. In Versuchen mit Mäusen genügte eine selektive...