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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Bockshorn
Zu den bis heute rätselhaftesten Redensarten zählt die Wendung jemanden ins Bockshorn jagen (zwingen, treiben etc.). Belege aus dem 16. Jahrhundert lassen darauf schließen, dass man sich bereits damals des Ursprungs nicht mehr bewusst war. Eine mögliche Herkunft ist das Bockshorn in der Bedeutung „Gestell zum Kastrieren der Böcke“, aus dem man später auch ein Folterwerkzeug entwickelte. Auch gab es früher offenbar in Bayern ein Gericht für Sünder wider Sitte und Moral, bei dem die Beschuldigten ein Bocksfell als Zeichen sündiger Wollust tragen mussten und unter Schlägen über ein Haferfeld getrieben wurden. Das Bocksfell hieß ahd. bokkes hamo „Bockshülle, Bockshemd“, hamo wurde eventuell volksetymologisch zu Horn umgedeutet. Darüber hinaus gibt es eine Menge weiterer möglicher Herleitungen. Dass man heute fast ausschließlich das Verb jagen in dieser Wendung gebraucht, hat wohl damit zu tun, dass Martin Luther diese Variante bevorzugte.
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