Wahrig Herkunftswörterbuch

Boykott
Wenn man mit jemandem keinen Handel mehr treiben oder keine politischen Beziehungen mehr unterhalten möchte, ruft man zum Boykott gegen ihn auf: man boykottiert ihn. Gemeint ist damit eine Ächtung des Betreffenden: ein Ausschluss von einer Gemeinschaft, deren moralische Standards der Boykottierte nicht erfüllt. Oft wendet sich daher ein Boykott gegen diktatorische Regimes oder bestimmte Konzerne, deren Vorgehensweise von den Konsumenten nicht gebilligt wird, etwa weil sie unter inhumanen Bedingungen produzieren oder den Schutz der Umwelt missachten.
Namensgeber ist der einst als Gutsverwalter tätige englische Hauptmann Charles C. Boycott (1832–1897), der im Jahre 1880 Pächtern in der irischen Grafschaft Mayo mit solch unerbittlicher Strenge entgegentrat, dass niemand mehr für ihn arbeiten wollte. Man mied ihn auch gesellschaftlich, und unter dem Einfluss der Irischen Landliga weigerte sich sogar die Eisenbahn, Boycotts Vieh zu transportieren – bis dieser schließlich im Dezember 1880 resignierte und aus Irland auswanderte.
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