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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Diwan
Aus dem türk. divan, das seinerseits vom pers. dīwān „Amtszimmer“ stammt und die Grundbedeutung „schreiben“ trägt, leitet sich das in Deutschland nur in Bezug auf den Orient verwendete Wort Diwan mit seinen Bedeutungen „Sofa“ und „Gedichtsammlung“ ab. Vermittelt wurde es, wie beispielsweise das ebenfalls ursprünglich persische Wort Kiosk, über das Französische. Schon früh hatte Diwan verschiedene Bedeutungen: gesammelte Schriftstücke, Ratsversammlung, Kanzlei, Gerichtshof, herrschaftliches Empfangszimmer. Der osmanische Staatsrat, aber auch die niedrige, an der Wand eines Amtszimmers stehende Polsterbank ohne Rückenlehne trug diesen Namen. In Österreich ist die daher stammende Bezeichnung Diwan für „Sofa“ weiterhin gebräuchlich im Polnischen bedeutet dywan heute jedoch allgemein „Teppich“. Goethes Westöstlicher Divan von 1819, der vom Divan des persischen Dichters Hafis inspiriert war, setzt dagegen auf der Bedeutungsebene mit der ursprünglichen Bedeutung des Schreibens auf und machte das Wort als Bezeichnung einer „Gedichtsammlung“ populär.
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