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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Pechvogel
Bereits im Jahre 1479 ist handschriftlich belegt, dass man das Wort Pech als Synonym für „Unglück“ verwandte. Ein vor lauter Unglück der Verzweiflung naher schlesischer Adeliger schrieb damals: „Ich bin so weit in das pech gesaczt, das ichzs nyme achte“. Wer im Wortsinne Pech hatte, der war ursprünglich in eine Falle geraten. Neben Mäusen waren die beliebtesten Opfer Vögel, die Fallenstellern buchstäblich auf den Leim gegangen waren. Das auf die Leimrute geschmierte Pech klebte den bedauernswerten Geschöpfen an den Federn und ließ sie zugrunde gehen. Dies erinnert an Bilder von Tankerunglücken, die verendende Seevögel mit verklebtem Gefieder zeigen. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund ist es verständlich, dass die Verbindung von Pech und Vogel, die in früherer Zeit in gewisser Weise zum Alltag gehörte, im übertragenen Sinne auch auf Menschen bezogen wurde, die vom Unglück verfolgt scheinen. Verbreitet wurde das Wort vom Pechvogel im 18. Jahrhundert von den redseligen Studenten, die zu jener Zeit auch das Pechhaben in den allgemeinen Wortschatz einführten.
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