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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Leim

zurückzuführen auf
germ.
*leima „Lehm, Kalk“, ist das Wort der gleichen Sippe zuzuordnen wie Lehm; Quelle ist auch hier
idg.
*lei „verstreichen, verschmieren“; auch in
lat.
levis und
griech.
leĩos „verschmiert“; Leim bezeichnete in früherer Zeit einen Baustoff, der zur Festigung an Häuserwände gestrichen wurde; erst später entwickelte sich die Bedeutung zu „Klebstoff“
[Info]
Leim
Der Leim tritt heute in zwei fast gleichlautenden Redewendungen auf: aus dem Leim gehen und jemandem auf den Leim gehen. In der ersten Wendung ist mit Leim der „Klebstoff“ gemeint, der zwei Teile zusammenhält. Heute bezeichnet man damit abwertend Leute, die binnen kurzer Zeit stark zunehmen. Im 18. Jh. ist aber auch belegt, dass man von Gesellen, die ihren Meister vor der Prüfung verließen, sagte, sie gingen aus dem Leim. Dagegen bezieht sich die zweite Wendung wie auch die Begriffe Lockvogel oder Pechvogel auf eine früher allgemein übliche Methode, Vögel zu fangen. Ein heimtückisches Utensil der Vogelfänger war ein leimbestrichener Stab, die sogenannte Leimrute. Ließen sich Vögel auf ihr nieder, so fiel sie zu Boden, und der übertölpelte Vogel blieb an ihr haften. Dieses Bild übertrug man auf Menschen, die sich betrügen (auch: leimen) lassen.
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