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Innovativer Trend: Autos aus dem 3D-Drucker

Auf der ganzen Welt werden jeden Tag tausende Fahrzeuge produziert. Doch einmal designt, sehen die Modelle später alle fast gleich aus. Ingenieure wollen das mit einer innovativen Entwicklung ändern: Autos aus dem 3D-Drucker. Diese kann man nicht nur individueller gestalten, sondern auch noch umschmelzen, wenn das Design irgendwann langweilig wird. Ein Prototyp existiert bereits.

Ansicht des LM 3D SWIM der Firma Local Motors
Das Modell LM-3D-SWIM der Firma Local Motors soll zu neunzig Prozent aus dem 3D-Drucker kommen.
Mit einem 3D-Drucker kann man inzwischen scheinbar fast alles produzieren. Ob Spielzeug, Essen oder medizinische Prothesen, dem Einfallsreichtum der Entwickler scheinen kaum noch Grenzen gesetzt. Und diesem Trend folgen auch Autohersteller, die schon jetzt diverse Autoteile mit dem 3D-Drucker herstellen. Die Firma Local Motors geht allerdings noch einen Schritt weiter. Das ambitionierte Ziel: Ein Auto, das zu 90 Prozent aus dem 3D-Drucker kommt, soll schon bald marktreif sein.

Ihre Ingenieure arbeiten momentan daran, dieses Auto der Zukunft straßentauglich zu machen. Dazu experimentieren sie beispielsweise mit 70 verschiedenen Materialien für das sogenannte LM-3D-SWIM-Konzeptfahrzeug, damit der Wagen allen Ansprüchen gerecht wird. Wie das Fahrzeug grundsätzlich hergestellt wird, zeigen die Ingenieure aber auch jetzt schon.

Plastikpellets für 3D-Druck
Mit diesen schwarzen Plastikpellets werden die 3D-Drucker gefüttert.
Von der schwarzen Paste zum Kleinwagen

Im Local Motors Werk in Knoxville im Bundesstaat Tennessee sieht man schon riesige 3D-Drucker und schwarze Plastikpellets in Säcken, die aus ABS-Kunststoff bestehen und von Carbonfasern durchzogen sind. Das Druck-Verfahren selbst scheint simpel zu sein, denn wie beim herkömmlichen 3D-Drucker, verschmilzt der Drucker erst das Granulat zu einer Paste und trägt diese dann Schicht für Schicht auf. Die Form des Autos und der Einzelteile wurde dazu vorab am Computer designt. Durch diese Methode können die Entwickler fast alle Teile der Karosserie mit dem 3D-Drucker innerhalb von 27 Stunden produzieren.

Fertig ist das Auto dann allerdings noch nicht. Denn die Einzelteile müssen noch zusammengebaut werden und auch der Motor, die Räder und Teile der Lenkung, die nicht aus dem 3D-Drucker kommen, werden noch eingebaut. Durch die vielen Kunststoffteile erinnert das ein wenig an das Spielen mit Legosteinen - doch statt einem simplen Legoauto entsteht im Werk in Tennessee tatsächlich ein fahrbarer Kleinwagen.

3D-Drucker im Local Motors Workshop
Der Drucker in Aktion. Keine Sorge, die Oberflächen des hier in Arbeit befindlichen Kotflügels werden nachbearbeitet.
Kaputt oder langweilig? Einfach umschmelzen

Das fertige Fahrzeug hat einen Elektromotor und ist insbesondere für den Stadtverkehr gedacht. Doch auch die Optik soll überzeugen und vor allem nicht langweilig werden. Deswegen planen die Ingenieure eine breite Palette von verschiedenen Designs, die erst durch den 3D-Druck möglich sind. Autos könnten dadurch ganz verschieden aussehen, selbst wenn sie auf demselben Grundbauplan basieren.

Nach Aussage der Entwickler könnte das Fahrzeug zusätzlich besonders nachhaltig sein - trotz einer vermutlich eher kurzen Lebensdauer. Denn bei einem Vorgängermodell, dem Strati, prophezeiten die Ingenieure eine Lebensdauer von fünf bis sechs Jahren, wenn das Fahrzeug bei Wind und Wetter draußen ist. Länger würde es dagegen halten, wenn es in der Garage geparkt wird.

Nachhaltig wird das 3D-Auto dagegen, weil es recycelbar sein soll. Ist das Fahrzeug kaputt oder langweilig geworden, kann man es einfach in ein neues Auto umschmelzen lassen. Das soll auch bei einzelnen Autoteilen funktionieren. Nach einem Unfall könnten diese einfach entfernt, eingeschmolzen und wieder ersetzt werden, so dass das Auto wieder wie vorher aussieht.

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HDI, 15.11.2016
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