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Sri Lanka

Sri Lanka
Amtlicher Name:
Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka
Fläche:
65 610 km²
Einwohner:
19,2 Mio.
Hauptstadt:
Colombo
Amtsprache(n):
Singhalesisch, Tamil
Währung:
1 Sri-Lanka-Rupie = 100 Sri-Lanka-Cents

Für welches Getränk ist Sri Lanka berühmt?

Tee. Sri Lanka ist der zweitgrößte Tee-Exporteur der Welt. Der Agrarsektor, in dem 36 % der Erwerbstätigen beschäftigt sind, bildet auch die wirtschaftliche Grundlage des Inselstaates. Der intensiv genutzte Südwesten ist der wirtschaftliche Kernraum Sri Lankas. Hier befinden sich neben den Teeplantagen auch die Kautschuk- und Kokos-Anbaugebiete. Wichtigster Industriezweig ist die Textilindustrie. Darüber hinaus ist das Handwerk von Bedeutung.

Landesnatur

Wodurch wird das Wetter bestimmt?

Durch den Monsun. Er ist der Hauptregenbringer. Der Südwest-Monsun dauert von Mai bis August und bringt dem Südwesten der Insel eine jährliche Niederschlagsmenge von bis zu 2500 mm. Im Osten herrscht von November bis Februar der Nordost-Monsun, der sich bereits am Himalaya abregnet, sodass die gesamte jährliche Regenmenge 1000 bis 1500 mm nicht übersteigt.

Geschichte

Wie hieß Sri Lanka früher?

Der Inselstaat hat im Verlauf der Geschichte viele Namen gehabt. Im Altertum war Sri Lanka als Taprobane bekannt. In der Pali-Sprache hieß die Insel Sihaladipa. Auf diesen Namen geht vermutlich die englische Bezeichnung Ceylon zurück.

Die Insel wurde im 6. Jh. v. Chr. von Indien aus durch Singhalesen erobert. Um 247 v. Chr. bekehrte Mahinda die Bevölkerung zum Buddhismus. Die Singhalesen zeichneten sich als Kolonisatoren und Städtebauer aus. Sie errichteten Kultstätten zur Aufbewahrung buddhistischer Reliquien und große Wasserspeicher zur Bewässerung der Agrarkulturen.

Zu Beginn des 16. Jh. kamen die Portugiesen nach Sri Lanka, die ab 1655 von den Holländern verdrängt wurden. Von Madras aus eroberten 1796 die Engländer die Insel, die zur Kronkolonie Ceylon wurde. 1815 konnten die Briten das letzte singhalesische Königreich Kandy bezwingen. 1948 wurde das Land unabhängig und selbstständiges Mitglied im Commonwealth. Unter dem Namen Sri Lanka wurde es 1972 zur Republik.

Wer sind die Tamilen?

Die Tamilen sind ein hinduistisches Volk der Dravida-Gruppe im Süden Indiens, v. a. im Bundesstaat Tamil Nadu, und im Norden Sri Lankas. Rd. 60 Mio. Menschen gehören ihm an. Seit dem 3. Jh. wanderten sie nach Sri Lanka ein. Dort bilden sie heute mit rd. 3,4 Mio. gegenüber den buddhistischen Singhalesen eine Minderheit. Unter der englischen Kolonialherrschaft genossen die Tamilen eine bevorzugte Stellung. Nach dem Abzug der Engländer gewann die singhalesische Mehrheit die Vorherrschaft, worauf bis heute immer wieder blutige Konflikte zwischen beiden Bevölkerungsgruppen ausbrachen.

1983 eskalierte der ethnische Dauerkonflikt zum Bürgerkrieg. Tamilische Guerillaverbände suchten mit Waffengewalt die Unabhängigkeit zu erzwingen. Um die Auseinandersetzungen zu beenden, schloss die Regierung 1987 ein Abkommen mit Indien, in dem sie den Tamilen weitgehende Autonomie im Rahmen der Föderation zusicherte. 2002 einigten sich Regierung und tamilische Rebellen auf einen Waffenstillstand im Bürgerkrieg, der bis dahin über 65 000 Menschenleben gefordert hatte, und nahmen Verhandlungen auf. Ein innenpolitischer Machtkampf verhinderte jedoch den Fortgang des Friedensprozesses, sodass eine Friedenslösung bisher noch nicht erreicht werden konnte.

Wussten Sie, dass …

der Nationalsport auf Sri Lanka Cricket ist? 1996 gewann das Nationalteam den World Cup gegen Australien.

Sirimavo Bandaranaike, 1960–1965 Ministerpräsidentin von Sri Lanka, die weltweit erste Frau im Amt eines Regierungschefs in einer Demokratie war?

bis zum Ende des 19. Jh. Kaffee das wichtigste Exportgut Sri Lankas war?

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