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Google+ vs. Facebook

Seit Mitte 2011 ist es am Start: das soziale Netzwerk Google+ vom Suchmaschinen-Riesen Google Inc.. Von Anfang an bekam Google+ großen Zuspruch für die neuartige Einteilung in so genannte "Kreise", in die die virtuellen Freunde beziehungsweise "Follower" eingeteilt werden können. Zum Beispiel: "Familie", "Arbeitskollegen" und "Musikverein". Dies macht es für den Nutzer leicht, in kurzer Zeit zu entscheiden, wer seine Beiträge lesen darf und wer nicht. Doch welche Möglichkeiten bietet Google+ noch? Und wie geht der Kampf Google+ vs. Facebook aus?
Michael Fischer

Was bietet Google+?

Google+ ist ein soziales Netzwerk für Nutzer ab 13 Jahren. Nach eigenen Angaben von Google Inc. sind weltweit zurzeit rund 100 Millionen Mitglieder aktiv. Zwar können die Nutzer – ähnlich wie bei Facebook – Beiträge, Fotos, Videos und Links "liken", teilen und empfehlen. Das ist allerdings eine der wenigen Gemeinsamkeiten der beiden Social-Network-Plattformen. Doch mit welchen Leistungen kann der Suchmaschinen-Ableger punkten beim Wettstreit Google+ vs. Facebook? Google+ wartet mit einem für bis zu zehn Personen nutzbaren, Chat mit Videofunktion auf. Außerdem werden hochgeladene Fotos direkt mit dem Google Programm Picasa vernetzt und können dort auch direkt bearbeitet werden. Facebook vernetzt Menschen miteinander, die sich auch privat gut oder flüchtig kennen. Nur die wenigsten Nutzer "adden" Menschen, denen sie noch nie über den Weg gelaufen sind. Die so genannten Kreise bei Google+ geben den Nutzern die Möglichkeit, schnell zu entscheiden, mit wem die eigenen Beiträge geteilt werden. Bei Facebook ist dies auch möglich, aber mit einem höheren Aufwand verbunden. Google+ versteht sich hingegen eher als soziales Informationsnetzwerk, in dem sich User miteinander vernetzen, die sich privat zwar nicht kennen, aber gemeinsame Interessen haben und deshalb voneinander profitieren. 

Starbildschirm Google+
istockphoto.com/Andreas Kostner

Was ist der Anspruch von Google+?

"Google+ ist gebaut worden, um die Suche zu verbessern. Und die Suche ist für den Nutzer", erklärt Bradley Horowitz, Produktmanager von Google+. Google+ soll die Vorlieben der Internetnutzer erfassen, um dadurch die Suche besser personalisieren zu können und zum Beispiel die Präferenzen der Freunde mit anzuzeigen. Mit anderen Worten: Die Suchanfragen, die in der Suchmaschine Google landen, werden von Google+ für eine personalisierte Informationszufuhr genutzt. Ein wichtiger Punkt wenn es um das Empfehlungs-Marketing geht. 

Ipad mit facebook-Seite
istockphoto.com/Bojan Fatur

Wie wird Google+ von den Usern angenommen? 

Anfänglich noch mit einem rekordverdächtigen Mitglieder-Anstieg von 40 Millionen in acht Wochen, hat die aktive Nutzung inzwischen stark nachgelassen. Eine aktuelle Studie belegt allerdings, dass angemeldete User zurzeit nur durchschnittlich drei Minuten pro Monat auf Google+ verbringen. Zum Vergleich: bei Facebook sind es knapp 400 Minuten, also rund sieben Stunden, pro Monat! Ein klarer Punkt für Facebook beim Kampf zwischen Google+ vs. Facebook. Google selbst stellt 100 Millionen aktive Nutzer innerhalb des ersten dreiviertel Jahres dagegen – kein bisheriges Web-Produkt ist so rasant gewachsen. Fakt ist, eine "virtuelle Geisterstadt" ist Google+ mit 100 Millionen "Einwohnern" wohl kaum.  

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