Lexikon

Holozạ̈n

[
das; griechisch
]
früher Alluvium

Von 10 000 bis heute: Das Holozän

10 000–6000

Die Kulturepoche des Mesolithikums (Mittelsteinzeit) prägt die Lebensweise in Europa.

10 000–4000

In verschiedenen Regionen werden Menschengruppen sesshaft. Sie entwickeln sich von nomadisierenden Jägern und Sammlern zu Ackerbauern und Viehzüchtern. Mit der Veränderung der Lebensweise ist ein gesellschaftlicher Strukturwandel verbunden.

10 000–heute

Klimatisch herrschen die Verhältnisse der so genannten Nacheiszeit. Im Vergleich zu vorquartären Erdzeitaltern ist es besonders in den höheren Breiten relativ kühl. Eine Ausnahme bildet eine Warmzeit vor 7000 bis 5000 Jahren.
Die meisten vulkanisch aktiven Gebiete liegen in den westlichen Bergketten Nord- und Südamerikas, in Süditalien, im Bereich der afrikanischen Grabenbrüche, des Mittelatlantischen Rückens, im Gebiet der innerpazifischen Inseln und im Indischen Ozean.
In postvulkanischen Gebieten bilden sich im Bereich kalkreicher heißer Quellen z.T. beträchtliche Sinterterrassen. Erdgeschichtlich ist das zwar kein Novum, doch stammen die heute gut erhaltenen Sinterterrassen aus dieser Zeit. Eine Phase besonders intensiver Versinterung (Tropfsteinbildung u.a.) erfasst auch die Kalkhöhlensysteme.
Ausgehend von den zentralozeanischen Riftsystemen dehnen sich die Böden der Weltmeere weiterhin aus.
Nach der Eiszeit bilden sich im Laufe der Jahrtausende die heutigen Florenprovinzen der Erde heraus. Im Wesentlichen lassen sich im Norden und Süden je eine Polarzone, eine so genannte gemäßigte sowie eine subtropische Zone unterscheiden. Beiderseits der Äquators erstreckt sich die tropische Florenprovinz.
Zum ersten Mal lässt sich die Pflanzenfamilie der Blumenbinsengewächse (Scheuchzeriaceae) in Mooren der gemäßigten Breiten mit Sicherheit fossil nachweisen.
Menschliche Großrassen z.B. Europide, Negride, Australide oder Mongolide, entwickeln sich.
Der Mensch hält Haus- und Nutztiere. Diese Entwicklung beginnt mit dem Jagdhund, der sich ihm freiwillig anschließt, und führt bis zur heutigen Massentierhaltung.
In dieser Zeit setzt die Bildung von ersten festen Dorfanlagen ein. Der Prozess gipfelt in der heutigen modernen Weltstadt.
Gezielte Rohstoffgewinnung und Tauschhandel entwickeln sich von bescheidenen Anfängen zu weltumspannenden Systemen.
Mit dem Sesshaftwerden beginnt die arbeitsteilige Lebensweise des Menschen. Dadurch gelangt das Handwerk zur Perfektion.
Für den Handel erschließt der Mensch Verkehrswege zur See, zu Lande und schließlich in der Luft.
Nach und nach erlernt der Mensch den Umgang mit zahlreichen Energiequellen.
Sowohl individuen- wie artenmäßig dezimiert der Mensch die Fauna durch Jagd und Lebensraumzerstörung. Kurzfristig vom Aussterben bedroht sind heute zwischen 70 000 und 2 Mio. Spezies. Zugleich verändern sich durch die Allgegenwart des Menschen zahlreiche tierische Verhaltensweisen.
Infolge explosiver Vermehrung aufgrund weit gehender Beherrschung der Natur durch Technik und Medizin gefährdet sich die Spezies Mensch selbst. Kriege, Umweltvergiftung, nicht artgerechte Lebensweise in Großstädten, falsche Ernährung usw. forcieren diese Entwicklung. In überproportionalem Maße ist die Existenz der Stammesvölker bedroht.

9000–heute

Durch vielfältige Pflanzenneuzüchtungen, Veränderung der natürlichen Lebensräume und Verschleppung von Florenelementen in andere Florenprovinzen trägt der Mensch zu einer größeren Vielfalt der Pflanzenwelt bei.

Um 8000

Im Vorderen Orient beginnt das Neolithikum (Jungsteinzeit), das in Europa 2000 bis 3000 Jahre später einsetzt.

2300–heute

Durch Raubbau am Wald, landwirtschaftliche Nutzung, verstärkte Besiedlung und immer dichtere Verkehrsnetze usw. verändert der Mensch weltweit großräumig die Naturlandschaften.

2000–heute

Wie viele Pflanzenarten der Mensch während der vergangenen zwei Jahrtausende bereits ausgerottet hat, lässt sich nicht ermitteln. Heute sind einige hunderttausend Arten akut vom Aussterben bedroht.

1100–heute

Seit dem Beginn der Kohleverbrennung belastet der Mensch zunehmend die Atmosphäre mit gas- und staubförmigen Schadstoffen.

1000–heute

In zunehmendem Maße verändert der Mensch lokal das Klima – vornehmlich durch Großsiedlungen, Industrie und Verkehr.

200–heute

Eine Folge der Industrialisierung und der modernen Landwirtschaft besteht in einer bedrohlichen Belastung der Hydrosphäre und des Bodens.

Heute

Durch die rapide Abholzung der tropischen Regenwälder vernichtet der Mensch diesen genetisch vielfältigsten Lebensraum der Erde.
Erdzeitalter
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