Lexikon

Blindenschrift

Punktschrift; Brailleschrift
ein Schriftsystem, das Blinden und stark Sehbehinderten das Lesen und Schreiben ermöglicht. Der französische Offizier Charles Barbier (* 1767, † 1841) erfand einen aus erhabenen Punkten gebildete Schriftcode, der ursprünglich dazu gedacht war, die militärische Nachrichtenübermittlung im Dunklen durch Abtasten zu ermöglichen (Punktschrift). Diese Schrift war auf einer 12-punktigen Grundform aufgebaut und wurde 1825 von dem französischen Blindenlehrer Louis Braille weiterentwickelt (Brailleschrift) und auf 6 Punkte reduziert, die sich in 64 Stellungen (inklusive Leerzeichen) zueinander kombinieren lassen. Die Buchstaben und andere Zeichen werden in einem Raster, das zwei Punkte breit und drei Punkte hoch ist, dargestellt. Die Basisschrift stellt jeden Buchstaben einzeln dar, in der Vollschrift gibt es zusätzliche Zeichen für bestimmte Buchstabenkombinationen. Das Braille’sche System wurde 1850 offiziell in Frankreich eingeführt, 1879 in Deutschland und ist heute internationaler Standard. Sie wird auch als Kurz- und Notenschrift angewendet. Abgetastet wird mit beiden Zeigefingern. Geschrieben wird auf besonders gebauten Tafeln, durch Sticheln in steifes Papier oder mit Blindenschreibmaschinen. Für die Arbeit am Computer, für die ein erweiterter Zeichensatz benötigt wird, existiert die Computer-Brailleschrift mit acht Punkten, die 256 Kombinationen erlauben.
Blindenschrift
Blindenschrift
Braille, Louis
Louis Braille
Der französische Blindenlehrer Louis Braille schuf die nach ihm benannte Blinden- oder Brailleschrift.
Wissenschaft

Tierische Ärzte

Menschenaffen fressen bestimmte Pflanzen, um sich zu heilen. Sie nutzen die Arzneien aus der Natur aber auch äußerlich – bei sich selbst und ihren Artgenossen. von TIM SCHRÖDER Dass Eltern ihre Kinder trösten und verarzten, wenn sich die Kleinen geschnitten oder die Haut aufgerissen haben, ist selbstverständlich: ein buntes...

Mutter und Baby
Wissenschaft

Wie das erste Lebensjahr die sozialen Erwartungen prägt

Das elterliche Verhalten hat einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Nachwuchses. Erfährt ein Säugling von klein auf liebvolle Zuwendung, baut er ein Urvertrauen auf und erwartet von anderen Menschen eher Gutes. Wann sich die Erwartungen der Babys allerdings formen, ließ sich bisher schwierig erforschen, da sich die...

Weitere Artikel aus dem Kalender

Weitere Lexikon Artikel

Weitere Artikel aus dem Bereich Gesundheit A-Z

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel aus den Daten der Weltgeschichte

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon