Lexikon

Bolivien

Ringen um innere Stabilität (seit 1982)

Nach einem Generalstreik wurde 1982 die Demokratisierung eingeleitet. In den 1990er Jahren bemühten sich die Regierungen um wirtschaftliche Reformen. Die Präsidentschaftswahl 1997 gewann der ehemalige Militärherrscher Hugo Banzer Suárez, der 2001 zurücktrat. Ein Jahr später wurde Gonzalez Sánchez de Lozada Präsident. Sowohl er als auch sein Nachfolger Carlos Mesa (2003–2005) traten nach blutigen Protesten gegen die Privatisierung des Energiesektors und die schlechte soziale Lage von ihren Ämtern zurück.
Evo Morales (MAS), Führer der Kokabauern, gewann die Präsidentschaftswahlen 2005. Das erste indigene Staatsoberhaupt des Landes leitete einen Politikwechsel ein, mit dem Ziel, die soziale Lage der ärmeren Bevölkerungsschichten zu verbessern. Er nationalisierte die Energieindustrie, führte eine Landreform durch und ließ 2006 eine verfassunggebende Versammlung wählen. In der Folgezeit stellten sich vor allem die Führer der wirtschaftlich starken Departements des bolivianischen Tieflandes gegen den politische Kurs des Präsidenten und bemühten sich um mehr Autonomie. Daraufhin ließ Morales im August 2008 ein Referendum durchführen, in dem er im Amt bestätigt wurde. Allerdings erhielten auch die regierungskritischen Gouverneure der Tieflandregion die Unterstützung der Bevölkerung. Im September 2008 eskalierte der Konflikt in gewalttätigen Auseinandersetzungen, so dass die südamerikanische Staatengemeinschaft Unasur einen Krisengipfel einberief. Im Januar 2009 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für die neu ausgearbeitete Verfassung. Auf Basis dieser Verfassung fanden im selben Jahr Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt, die von Morales und seiner Partei mit großem Vorsprung gewonnen wurden.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
  3. Bevölkerung
  4. Staat und Politik
  5. Wirtschaft und Verkehr
    1. Unterschiedliche Bedingungen in der Landwirtschaft
    2. Abhängigkeit von Rohstoffen
    3. Lückenhaftes Verkehrsnetz
  6. Geschichte
    1. Von der spanischen Eroberung bis zum Chacokrieg
    2. Reformen und Militärherrschaft
    3. Ringen um innere Stabilität (seit 1982)
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