Lexikon
Fayence
[
faˈjãs; die; französisch; nach dem italienischen Herstellungsort Faenza
]Tonware, deren Scherben mit einer deckenden weißen Zinnglasur überzogen ist. Die Anfänge der Fayenceherstellung reichen bis ins 4. Jahrtausend v. Chr.; Ursprungsländer sind Ägypten, Babylonien und Persien, wo bis zur babylonischen Erfindung der Zinnglasur als Überzug zunächst durchsichtige Bleiglasuren verwendet wurden. Über Nordafrika gelangte die Kenntnis der Herstellungstechnik nach Spanien, von dort nach Italien. Die Niederlande (Delfter Fayence), Zentrum der europäischen Fayencekultur im 16. und 17. Jahrhundert, übernahmen die Fayencetechnik aus Frankreich; große deutsche Fayencemanufakturen (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts) waren oft Gründungen niederländischer Hersteller in fürstlichem Auftrag (deutsche Fayence). Die am häufigsten verwendete, z. T. von Hausmalern ausgeübte Dekortechnik ist die Unterglasurmalerei mit Erdfarben (Blau, Mangan, Grün, Gelb, Rot, seltener Schwarz und Braun), in Muster und Formgebung vielfach eine Nachahmung des ostasiatischen Porzellans. Nach der Erfindung des europäischen Porzellans und Steinguts im 18. Jahrhundert begann ein allgemeiner Produktionsrückgang.
Wissenschaft
»Dieser Perspektivwechsel ist längst überfällig«
Julia Sacher und Jellina Prinsen erforschen, wie sich hormonelle Schwankungen auf die Herz- und Gehirngesundheit von Frauen auswirken. Das Gespräch führte ALINA WOLF Prof. Julia Sacher, hat der Menstruationszyklus einen messbaren Einfluss auf das Gehirn? Sacher: Ja. Studien zeigen, dass hormonelle Veränderungen im Zyklusverlauf...
Wissenschaft
Der Schutz der Ozeane
Lange Zeit hielt man die Weltmeere für unverwundbar – doch das sind sie nicht. Die UN-Dekade für Meeresforschung soll den Einigungsprozess der Weltgemeinschaft über Schutzmaßnahmen unterstützen. Von RAINER KURLEMANN Die Ozeane sind das gemeinsame Erbe der Menschheit. Diese Feststellung steht etwas versteckt in Artikel 136 der...