Lexikon
persische Kunst
die Kunst des persischen Reichs nach dem Sieg über die Assyrer (612 v. Chr.) bis 330 v. Chr., im weiteren Sinne auch die Kunst der Parther und Sassaniden, ferner die islamische Kunst auf persischem Gebiet in Iran und Irak.
Die Keramik bildete vorgeschichtliche Typen in differenzierter Form weiter. Für die historische Frühzeit Altpersiens, beginnend mit der Einigung der medischen Stämme (Hauptstadt Ekbatana, heute Hamadan), zeugt unter neueren Funden besonders der Schatz von Ziwiye für Verbindungen zu benachbarten Kunstkreisen (Assyrien, Urartu, Kunst der Mannäer und der Skythen).
Um 550 v. Chr. übernahmen die stammverwandten Perser die Führung und errichteten unter dem Achämeniden Kyros ein Weltreich (bis 330 v. Chr.). Bedeutende Monumente blieben mit den Bauten der ersten Residenz Pasargadae (Weltkulturerbe seit 2004) und mit der unter Dareios und Xerxes errichteten Palastterrasse von Persepolis erhalten. Erhalten sind ferner Felsrelief und Inschrift des Dareios am Berg von Bisutun und Felsgräber von 7 Großkönigen in Naqsch i Rustem und Persepolis. Von der Kleinkunst zeugen Kunstschmiedearbeiten in Edelmetall und Bronze.
Nach dem Sieg Alexanders des Großen herrschten im Osten die Seleukiden und bewirkten eine Ausbreitung der hellenistischen Kunst bis Afghanistan. Unter den aus Turkistan vorstoßenden Parthern (um 250 v. Chr.–224 n. Chr. Reich der Arsakiden) beweisen Baukunst und Plastik eine Auseinandersetzung mit hellenistischen und römischen Kunstformen.
Um 224 n. Chr. begann mit der aus der Persis stammenden Dynastie der Sassaniden eine nationale Phase der persischen Kunst, die bis zum Einbruch der Araber (642 n. Chr.) dauerte. Der Iran verteidigte seine Großmachtstellung erfolgreich gegen das römische Imperium. Hauptdenkmäler dieser Zeit sind Palastbauten in Firusabad, Bischapur, Ktesiphon und Sarvistan, ferner zahlreiche Feuerheiligtümer (Hauptfeuer auf dem Takht-e Sulaiman, Aserbaidschan).
Im 9. Jahrhundert entwickelte sich in den persischen Städten die glasierte Keramik zur Kunstgattung, die erste Fayence. Ihr Dekor zeigt iranische Bildtradition und islamisch-arabische Gestaltung bei stetem Austausch mit chinesischen Kunsttöpfereien. In Form von Ziegelmosaik, Fayencemosaik und Fliesen erlebte die Keramik am Bau im 13. Jahrhundert eine bis ins 17. Jahrhundert anhaltende Blütezeit. Unter den Kadjaren im 18./19. Jahrhundert herrschte ein europäischer Geschmack vor.
Wissenschaft
Warm und feucht
In den Nasenhöhlen von Robben und Huftieren fühlen sich Parasiten besonders wohl. von BETTINA WURCHE An einem eisigen Strand der Antarktischen Halbinsel liegt ein junger Südlicher See-Elefant und ruht. Auf einmal niest er – der weiße Schleim fliegt meterweit. Die Erklärung für diesen seltsamen Schnupfen sind winzige Milben in...
Wissenschaft
Zehntausend Antennen für die Astronomie
Zwei Kontinente, Myriaden von Sensoren, extreme Datenströme: Mit dem Square Kilometre Array entsteht das größte Radioteleskop der Welt. von KAI DÜRFELD In flimmernder Hitze ragen metallene Stäbe aus dem roten Staub des australischen Outbacks. Aus der Ferne wirken sie wie ein futuristischer Wald. Auch die vielen...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
»Wir müssen fragen – und zuhören«
Der Spin schlägt Wellen
Sturzflug, Segelflug, Schwebeflug
Hanfwerk hat goldenen Boden
Wärme aus der Tiefe
Perlenkette im Plasma