Lexikon
Flughunde: Pflanzenbestäuber
Flughunde als Pflanzenbestäuber
Dass Insekten, insbesondere die Bienen, eine wichtige Rolle als Überträger von Blütenpollen spielen und dass viele Pflanzen zu ihrer Bestäubung auf die Insekten angewiesen sind, ist allgemein bekannt. Weit weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass im tropischen Regenwald oftmals Flughunde diese Rolle übernehmen.
Mittlerweile haben Forscher herausgefunden, dass etwa 40 Prozent aller Urwaldbäume bei ihrer Befruchtung ausschließlich auf die Hilfe der Flughunde angewiesen sind, also ohne die kleinen fliegenden Säugetiere gar keine Früchte bilden und sich nicht mehr fortpflanzen könnten. Auch einige der für uns heute wichtigen tropischen Früchte würde es ohne Fledertiere nicht geben: Cashewnüsse, Gewürznelken, Avocados und Mangos... – sie alle haben ihre Blüten an die Flughunde angepasst und sind auf deren Bestäubung angewiesen. Die Pflanzen haben dafür extra große, stark duftende Blüten mit viel Pollen und Nektar entwickelt. Die Duftstoffe locken die Flughunde herbei, und der Nektar und der überzählige Pollen dienen ihnen als Futter. Die Flughunde wiederum haben sich mit ihrer lang gestreckten Schnauze und der langen Zunge auf die Blütennahrung spezialisiert. Seit man weiß, dass Flughunde farbenblind sind, hat die Wissenschaft auch eine Erklärung dafür, dass tropische Blüten oft sehr hell, aber ohne eigentliche Farbe sind: Die Flughunde würden sie ohnehin nicht sehen.
Dieses alles zeigt einmal mehr, wie stark vernetzt unsere Natur ist, und welche oft für den Menschen gar nicht vorhersehbaren Folgen das Verschwinden einzelner Tierarten und Tiergruppen haben kann. Auch solche Tiere, die wir nicht als ansprechend empfinden, haben im Naturhaushalt ihre Funktion, so auch die oft als Blutsauger und Vampire verteufelten Fledermäuse und Flughunde.
Wissenschaft
Auch leise ist zu laut
Wer in der Nähe eines Bahngleises wohnt, wird durch Lärm belästigt. Trotz neuer „Flüsterbremsen“ bleibt noch viel zu tun. von ROLAND BISCHOFF Seit über fünf Jahren ist in der Schweiz der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel in Betrieb. Seither fahren täglich 130 bis 160 Züge hindurch, davon zwei Drittel Güter- und ein Drittel...
Wissenschaft
Ammoniak statt Wasserstoff?
Während für die Energiewende weiterhin große Hoffnungen auf Wasserstoff als Energieträger ruhen, rückt ein weiterer „Wundertreibstoff“ zunehmend in den Blick der Energiewirtschaft: Ammoniak. Diese chemische Verbindung aus einem Stickstoffatom und drei Wasserstoffatomen (kurz NH3), als Energieträger zu verwenden, ist keine ganz...