Lexikon
Germanisierung
Eindeutschungi. w. S. die Angleichung an dt. Sprache u. dt. Verhältnisse; i. e. S. die Politik der preuß.-dt. Verwaltung im Kaiserreich 1871–1918 gegenüber den nationalen Minderheiten. Der Germanisierungspolitik waren die Franzosen in Elsass-Lothringen u. die Dänen in Nordschleswig, in bes. starkem Maße aber die Polen in den Ostprovinzen ausgesetzt. Die poln. Kultur sollte möglichst zurückgedrängt werden; der Gebrauch der poln. Sprache im Schulunterricht wurde stufenweise verboten. Für die „Stärkung des dt. Elements“, d. h. die Ansiedlung von Deutschen, wurden vom Staat erhebl. Mittel zur Verfügung gestellt. Das nat.-soz. Regime setzte die Germanisierungspolitik seit 1939 im Generalgouvernement mit äußerster Brutalität fort; das Ziel war nunmehr die Versklavung des poln. Volkes u. die Ausrottung seiner Führungsschicht.
M. Broszat, Zweihundert Jahre dt. Polenpolitik. 1972.
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