Lexikon
Gewölbe
Baukunst
Gewölbe
Gewölbe
Gewölbeformen
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eine Baukonstruktion zur Überdeckung von Räumen mit beliebigem Grundriss. Der Querschnitt des Gewölbes (Kreis, Ellipse, Korbbogen) bewirkt, dass in der Konstruktion nur Druckkräfte (keine Biegemomente) auftreten, die von Mauerwerk und sogar von unvermörtelten Steinen aufgenommen werden können. – Zuerst bediente man sich für die Überbrückung von Zwischenräumen der falschen Gewölbe, die dadurch entstehen, dass man den Schlussstein einer Mauerschicht immer um ein Stück über den Schlussstein der vorhergehenden Schicht vorkragen lässt (bekanntes Beispiel: Löwentor von Mykene). Solche Konstruktionen wurden in Ägypten und in Ur schon zu Beginn des dritten vorchristlichen Jahrtausends ausgeführt.
Bei echten Gewölben unterscheidet man: 1. Tonnengewölbe, bereits im assyrischen und ägyptischen Altertum bekannt, im Mittelalter besonders in der romanischen Baukunst verwendet, meist durch Gurtbogen gegliedert und mit Stichkappen über den Seitenfenstern; 2. Kreuzgewölbe, entstanden aus zwei sich rechtwinklig durchdringenden Tonnengewölben, mit Stützen als Auflager, angewendet in der römischen Architektur und besonders in der Kirchenbaukunst des Mittelalters als Grundform des gotischen Kreuzrippengewölbes und des daraus abgeleiteten Stern-, Netz- und Fächergewölbes; 3. Klostergewölbe, aus Tonnenabschnitten über quadratischem oder polygonalem Grundriss gebildet, mit den Sonderformen des Mulden- und des Spiegelgewölbes. Das Gewölbe als Kuppel erhebt sich bei quadratischem Grundriss auf Überleitungen (Pendentifs, Tambour). In der älteren Baukunst wurden Gewölbe vorwiegend aus Ziegel- oder Bruchsteinen errichtet, neuerdings aus Beton.
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