Lexikon
Kirchenlied
das einstimmige, strophische, in der Landessprache abgefasste Gemeindelied im christlichen Gottesdienst. Es galt im katholischen Kult als außerliturgisch, in der evangelischen Kirche als liturgisch (im Allgemeinen Eingangs-, Haupt- und Schlusslied). Die Anfänge des deutschen Kirchenlieds gehen in das 8. Jahrhundert zurück. Die ältesten, heute noch lebendigen Kirchenlieder stammen aus dem 12.–14. Jahrhundert. Die eigentliche Blütezeit ist das 15. und 16. Jahrhundert. Textlich sind die Kirchenlieder dieser Zeit Übertragungen von lateinischen Hymnen und Chorälen oder geistliche Umdichtungen von weltlichen Volksliedern (Kontrafaktur). Ihre Melodien entlehnten sie vielfach der Gregorianik oder dem weltlichen Lied. Durch M. Luther erfuhr das Kirchenlied einen bedeutenden Aufschwung. Im Gesangbuch sind die Kirchenlieder für den Gottesdienst zusammengefasst.
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