Lexikon
Korpụskeln
[Singular die Korpuskel; lateinisch, „Körperchen“]
die Elementarteilchen, auch die daraus zusammengesetzten Atome und Moleküle. Wie die Quantentheorie zeigt, verhalten sich die Korpuskeln einmal wie Teilchen bestimmter Masse (d. h., sie sind auf ein bestimmtes Raumgebiet lokalisiert), ein anderes Mal wie Wellen (d. h., sie wirken in einem größeren Raumbereich als Ansammlung von Energie). Je größer die Geschwindigkeit der Korpuskeln wird, umso besser lassen sie sich durch das Teilchenbild beschreiben und werden Korpuskularstrahlen genannt (z. B. in der Höhenstrahlung). Treffen diese Strahlen auf ein Hindernis, so bleiben die Korpuskeln entweder in ihm stecken oder fliegen hindurch, können aber an seinen Rändern nicht gebeugt werden. Man erhält auf diese Weise eine Art Schatten hinter dem Hindernis. Ob sich ein Strahl von Korpuskeln wie ein Korpuskularstrahl verhält oder wie ein Wellenstrahl, der Beugung und Interferenz erleidet, hängt von der Wellenlänge der Korpuskeln und der Ausdehnung des Hindernisses ab. Ist die Wellenlänge sehr viel kleiner als das Hindernis, so verhalten sich die Korpuskeln wie Teilchen; ist sie sehr viel größer als das Hindernis, so haben sie Wellencharakter; ist sie in der Größenordnung des Hindernisses, so versagt die Anschauung völlig, und man kann nur mit quantentheoretischen Überlegungen weiterkommen.
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