Wissensbibliothek
Welche Elemente finden sich in »Innozenz X.«?
Bacons Innozenz-Bild aus dem Jahr 1953 verknüpft das Porträt von Velázquez mit einem Standfoto der schreienden Kinderfrau aus dem Film »Panzerkreuzer Potemkin«, dem Meisterwerk des russischen Regisseurs Sergej Eisenstein aus dem Jahr 1925. Mit dem Motiv des Schreis hat sich Bacon intensiv beschäftigt und in diesem Kontext auch medizinische Fachbücher studiert. Der Schrei, dessen bildnerische Darstellbarkeit viele Philosophen und Künstler lange bezweifelten, ist bei Bacon der elementare Ausdruck von Schmerz und Verzweiflung. Als weiteres Bildelement diente Bacon ein Foto von Pius XII. (Papst 1939–1958), der auf seinem Thronsessel durch die Menschenmenge im Petersdom getragen wird.
Das alles fließt in die Komposition seines grandiosen Porträts »Innozenz X.« ein, das Francis Bacon wie viele seiner Gemälde als »Studie« bezeichnete. Krampfhaft hält sich Innozenz an den Armlehnen des Sessels fest. Doch der allgemeine Auflösungsprozess lässt sich nicht aufhalten. Der Mensch scheint wie eine Flamme zu lodern, das Gesicht scheint zu zerfließen.
Das Matrjoschka-Multiversum
Besteht der Kosmos aus zahllosen Universen – in Schwarzen Löchern ineinander geschachtelt wie bei russischen Puppen? von RÜDIGER VAAS Dass unser Universum in etwas Umfassenderes eingebettet sein könnte, ist ein alter Gedanke. Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal hat beispielsweise schon vor 1662 überlegt, ob...
Der Glaube ans Wasserklosett
„Glauben heißt nichts wissen“, wie mir mein ungläubiger Vater in den 1950er-Jahren eingehämmert hat, als seine Verärgerung über die christlichen Kirchen zunahm, deren Vertreter damals wie heute lieber die Hände falten und beten, statt die Ärmel aufzukrempeln und zu helfen. Wobei jedem auffallen wird, dass die Betenden ihr Gesicht...