Lexikon

Elementrteilchen

ursprünglich Bezeichnung für die drei Bausteine der Atome: Elektronen sowie Protonen und Neutronen (die beide den Atomkern aufbauen). Nach der Entdeckung weiterer Teilchen, die auf gleicher Stufe stehen, Bezeichnung für alle Teilchen, die nach dem heutigen Stand der Forschung als nicht weiter teilbar angesehen werden. Charakteristische Zahlenangaben für ein Elementarteilchen sind u. a. elektrische Ladung (0 oder eine positive bzw. negative Elementarladung) und Masse (meist in Vielfachen der Elektronenmasse angegeben); Spin, Isospin, Strangeness.
Die meisten Elementarteilchen sind nicht stabil und gehen nach einer charakteristischen Lebensdauer in andere Elementarteilchen über. Grundsätzlich gilt, dass alle Elementarteilchen entweder ineinander umgewandelt oder aus Energie erzeugt werden können. Die Elementarteilchen teilt man in 3 Klassen ein:
1. masselose Eichbosonen (Photonen, Gluonen, Gravitonen),
2. Leptonen (Elektronen, Neutrinos, Myonen),
3. Hadronen (Mesonen [Pionen, Kaonen u. a.], Baryonen [Nukleonen, Hyperonen]). Hierzu zählen auch noch die zugehörigen Antiteilchen.
Bei Zusammenstößen zwischen Elementarteilchen treten mannigfaltige Reaktionen auf, z. B. können weitere Elementarteilchen erzeugt werden, wobei kinetische Energie in Masse umgewandelt wird. Die Kopplung von Elementarteilchen über Felder nennt man Wechselwirkung. Man unterscheidet im wesentlichen vier Arten von Wechselwirkung: 1. starke Wechselwirkungen, sie sind mit den Kernkräften verknüpft; 2. elektromagnetische Wechselwirkungen, sie wirken zwischen elektrischen Ladungen; 3. schwache Wechselwirkungen, sie treten beim Betazerfall von Atomkernen auf; 4. Schwerkraft-Wechselwirkungen, sie beruhen auf dem Gravitationsgesetz.
Im Einzelnen gilt: Photonen wechselwirken elektromagnetisch, Leptonen wechselwirken elektromagnetisch und schwach, Hadronen wechselwirken stark, elektromagnetisch und schwach. Außerdem zeigen alle Elementarteilchen eine Schwerkraft-Wechselwirkung. Die Untersuchung der Wechselwirkungskräfte zwischen Elementarteilchen ist noch nicht abgeschlossen. Auch zeigte sich (in den Versuchen von R. Hofstadter), dass Elementarteilchen eine innere Struktur besitzen. Die Vielzahl der Elementarteilchen und die vielen beobachteten Reaktionen geben ein kompliziertes Bild. Man nimmt heute an, dass sich diese Mannigfaltigkeit aus sechs fundamentalen Teilchen, den Quarks, ableiten lässt, die sich experimentell nicht als freie Teilchen nachweisen lassen, da sie durch extrem starke Kraft zu Elementarteilchen gebunden sind. Die Physik der Elementarteilchen ist gleichbedeutend mit der Hochenergiephysik.
Kontext
Baustoff, Hopfenfasern
Wissenschaft

Mit Hopfen, Flachs und Pilz-Myzel

Die Bauwirtschaft gehört zu den größten Klimasündern. Der Einsatz von nachwachsenden Baustoffen könnte das ändern. von HARTMUT NETZ Dass man mit Hopfen Bier braut, hat Tradition. Dass die krautige Kletterpflanze auch als Baustoff taugt, ist neu. Die zunächst als Scherz gemeinte Idee kam zwei Münchner Studenten beim gemeinsamen...

Gesundheitsdaten
Wissenschaft

Gesundheitsprognose per KI

Welches Risiko haben wir aufgrund unserer gesundheitlichen Vorgeschichte für Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Antworten darauf könnte ein neues KI-Modell namens Delphi-2M liefern. Basierend auf ähnlichen Algorithmen wie große Sprachmodelle soll es anhand von Informationen zu Vorerkrankungen und...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon