Lexikon

Lautverschiebung

seit J. Grimm mehrere Vorgänge in der Lautgeschichte der germanischen Sprachen, bei denen jeweils Gruppen von Konsonanten sich in einem einheitlichen Merkmal (z. B. Spirantisierung) verändern.

Erste Lautverschiebung

Die erste oder germanische Lautverschiebung unterscheidet die germanische von den übrigen indoeuropäischen Sprachen. Sie besteht in Folgendem: 1. Die indoeuropäischen Tenues (p, t, k) wurden im Germanischen im Anlaut zu Reibelauten (f, þ, h); im Inlaut wurden sie, falls der indoeuropäische Wortakzent nicht auf der unmittelbar vorhergehenden Silbe gestanden hatte, zu stimmhaften Reibelauten (b, ð, g; Vernersches Gesetz). 2. Die indoeuropäischen aspirierten Mediae (bh, dh, gh) wurden zu stimmhaften Reibelauten oder zu einfachen Mediae (b, d, g). 3. Die indoeuropäischen Mediae (b, d, g) wurden zu Tenues (p, t, k).

Zweite Lautverschiebung

Die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung unterscheidet die hochdeutschen Mundarten von den anderen germanischen Dialekten und besteht darin, dass die germanischen Tenues (p, t, k) im Anlaut, im In- und Auslaut nach Konsonanten und in der Gemination zu Affrikaten (pf [ph], z [tz], kch [ch]), sonst zu doppelten stimmlosen Reibelauten (ff, zz, hh [ch]), im Auslaut und nach langen Vokalen zu einfachen Reibelauten wurden, z. B. gotisch „taíhun“: althochdeutsch „zehan“ = zehn und niederdeutsch „water, maken“: hochdeutsch „Wasser, machen“. Die Verschiebung der Mediae erfasste nur Teile des althochdeutschen Sprachgebiets.
Stempel mit umgedrehter Aufschrift
Wissenschaft

Kranke duften anders

Warum viele Krankheiten einen charakteristischen Duft haben, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Vor ein paar Jahren ging eine erstaunliche Meldung durch die Presse: Eine Frau in Schottland hatte gerochen, dass ihr Mann krank war. Und zwar lange bevor er selbst an sich etwas Ungewöhnliches entdeckt oder irgendwelche Symptome gezeigt...

xxxAdobeStock_508909036_Editorial_Use_Only.jpg
Wissenschaft

Haus unter Strom

Solarzellen an Hausfassaden könnten den gesamten täglich benötigten elektrischen Strom erzeugen. Neue Techniken helfen, das zu verwirklichen – und sie ermöglichen eine attraktive architektonische Gestaltung. von HARTMUT NETZ Seit der Jungsteinzeit vor über 10.000 Jahren, als die Menschen die ersten festen Bauten errichteten, ist...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Lexikon Artikel

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon