Lexikon

Parthenogense

[
die; griechisch
]
Jungfernzeugung
die Entwicklung der Eizelle ohne vorhergegangene Befruchtung. Bei manchen Tieren (z. B. Stabheuschrecke, verschiedene Würmer und Rädertierchen) treten Männchen unter bestimmten Bedingungen nicht auf, und die Parthenogenese ist dann die einzige Fortpflanzungsart. Bei anderen kommt Parthenogenese nur gelegentlich neben normaler geschlechtlicher Fortpflanzung vor, wie bei einigen Schmetterlingen. Die männlichen Bienen (Drohnen) entstehen immer aus unbefruchteten Eiern. Bei einigen Gliedertieren wechseln Parthenogenese und normale geschlechtliche Fortpflanzung regelmäßig miteinander ab (Blattläuse, Gallwespen, Wasserflöhe); diese besondere Art des Generationswechsels wird Heterogonie genannt.

Jungfernzeugung: Männer überflüssig

Die Erfindung von Mann und Frau war ein grundlegender Schritt in der Entwicklung der Lebewesen und hat ganz entscheidend zur unüberschaubaren Mannigfaltigkeit der Organismenwelt beigetragen. Durch die Vermischung von männlichem und weiblichem Erbanteil bei der sexuellen Fortpflanzung werden die Karten für das Spiel des Lebens immer wieder neu verteilt, indem immer wieder neue Varianten einer Art entstehen. Doch wichtiger als die Vermischung des Erbgutes kann manchmal eine rasche Vermehrung und damit eine hohe Fortpflanzungsrate sein. Die Zeit raubende Suche nach einem Partner ist in diesem Fall eher hinderlich. So können Blattläuse in Zeiten des Nahrungsüberflusses von der zweigeschlechtlichen auf eine parthenogenetische Fortpflanzung umschalten, bei der sich aus einer unbefruchteten Eizelle ein Embryo entwickelt, ohne dass ein Männchen sein Erbgut eingebracht hätte. Mit dieser Jungfernzeugung, wie sie allgemein genannt wird, können Blattläuse mit hohen Vermehrungsraten viel schneller auf ein reiches Nahrungsangebot reagieren.
In mageren Zeiten verpaaren sich die weiblichen Blattläuse dann wieder ganz normal mit einem Männchen und sorgen so für den genetischen Austausch zwischen den Individuen der eigenen Art.
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