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LEXIKON

Philologie

[
griechisch
]
im weiteren Sinne die Wissenschaft von der Sprache und Literatur, darüber hinaus auch von der gesamten Kultur eines Volks, so wie sie sich in Sprache und Literatur niederschlägt. Die Philologie gliedert sich in Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft und in Randgebiete wie Volkskunde, Rechtsgeschichte, Kulturgeschichte, Religionswissenschaft. Die Wissenschaften von den lebenden Sprachen und Literaturen Europas und Nordamerikas fasst man als Neuphilologie zusammen, die griechische und römische Philologie als Alt- oder klassische Philologie.
Im engeren Sinne: die Sammlung und methodische Bearbeitung der literarischen Überlieferung (Textkritik) und damit die Voraussetzung für die Philologie im weiteren Sinne, indem sie das von dieser bearbeitete Material wissenschaftlich sichert.
Die erste wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache und Literatur fand in der Antike in Athen statt, später in Alexandria. In der Zeit des Humanismus erweiterte sich die Philologie zu einer allgemeinen Wissenschaft vom Geist der Antike. Im 19. Jahrhundert wurden die Methoden dieser klassischen Philologie auch auf andere Sprachen übertragen, zuerst auf die mittelalterlichen, dann auch auf die lebenden. Heute hat sich für jedes nationale Schrifttum eine eigene Philologie entwickelt. Die Stofffülle zwingt zu einer Aufteilung der Philologie in Literatur- und Sprachwissenschaft.
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