Lexikon
Preistheorie
Lehre von der Preisbildung bei verschiedenen Marktformen. Im Mittelalter suchten die Naturrechtler der Scholastik nach dem gerechten Preis, zu dessen Bestimmung sie ethische Normen heranzogen. Die klassische Preistheorie (A. Smith, D. Ricardo) sah den preisbestimmenden Faktor in der zur Erzeugung der Güter aufgewandten Arbeit, K. Marx entwickelte aus der klassischen Arbeitsmengentheorie eine Arbeitssubstanztheorie, nach der der Wert der Produkte durch die gesellschaftlich notwendige Arbeit bestimmt wird. Die Grenznutzenschule baut auf den subjektiven Nutzenvorstellungen der Nachfrager und dem Marktmechanismus auf (H. H. Gossen, C. Menger, W. S. Jevons, L. Walras). Bei vollkommener Konkurrenz ist der Preis gleich den Grenzkosten des am ungünstigsten produzierenden Anbieters; der Monopolist verlangt den Preis, bei dem er die Menge absetzt, für die Grenzerlös und Grenzkosten gleich sind (Marktformen). Das bilaterale Monopol kennt keine eindeutige Regel für die Preisbildung. Weil mit zunehmender Konzentration oligopolistische und teiloligopolistische Märkte immer häufiger werden, konzentrieren sich die Untersuchungen der neueren Preistheorie vor allem auf die Marktform des Oligopols.
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