Lexikon
Schlachtordnung
die taktische Gliederung einer militärischen Truppe im Kampf: Die Schlachtordnung der Griechen war der rechteckige Haufen des Fußvolks (Phalanx). Der Thebaner Epaminondas führte die „schiefe Schlachtordnung“ ein, bei der er den zur Herbeiführung der Entscheidung bestimmten Flügel auf Kosten des anderen besonders stark machte. Die Römer stellten ihre Legionen folgendermaßen auf: die Unterabteilungen (Manipel) mit Zwischenräumen neben- und in mehreren Treffen hintereinander (Treffen = in größeren Abständen hintereinander aufgestellte Einheiten); die Reiter auf die Flügel verteilt. Im Mittelalter ritten die Ritter beim Angriff in Geschwadern an, die sich dann aber zu Einzelkämpfen auflösten. Bei den Landsknechten bildete sich der nahezu quadratische Gevierthaufen heraus.
Das Aufkommen der Feuerwaffen führte dazu, den Schlachthaufen der Pikeniere (Pike) mit Musketieren (Muskete) zu umgeben; neben ihnen wurden die Reiter aufgestellt, die vor dem Einbruch in den Feind zunächst vom Pferd aus feuerten. Später wurde das Fußvolk durchweg mit Gewehren bewaffnet. Es entwickelte sich die Lineartaktik der Zeit Friedrichs des Großen: Die Schlachtordnung bestand jetzt aus 2 Treffen mit der Infanterie in breiter Front in der Mitte, der Kavallerie auf den Flügeln. Die Artillerie wurde teils der Infanterie zugeteilt, teils auf den Flügeln aufgestellt. Seit der Französischen Revolution wurde die Linear- durch die Kolonnentaktik abgelöst: Vor der Front eröffneten Schützenschwärme das Feuergefecht, ihnen folgten, schachbrettförmig gegliedert, Kolonnen in mehreren Treffen zum entscheidenden Stoß. Napoleon I. formierte das Heer in Divisionen und Armeekorps, womit die Schlachtordnung allmählich ihre frühere Bedeutung verlor.
Wissenschaft
»Eine einzige Studie liefert selten Gewissheit«
Ernährungswissenschaftlerin Viktoria Mathies erklärt, wie Ernährungsstudien aufgebaut sind und welche Informationen sich aus ihnen gewinnen lassen. Das Gespräch führte CAROLIN SAGE Frau Mathies, welche Arten von Ernährungsstudien gibt es? Zum einen gibt es Beobachtungsstudien. Zu ihnen gehören Kohortenstudien, die in der Regel...
Wissenschaft
Einsteins Spuk
In der mysteriösen Quantenwelt scheinen sich Orte und Entfernungen aufzulösen – und damit vielleicht sogar die ganze im Alltagsleben vertraute Wirklichkeit. von RÜDIGER VAAS Gleich am Anfang des ersten Kapitels seiner Einstein-Biografie „Raffiniert ist der Herrgott …“ erinnert sich Abraham Pais an einen Spaziergang im US-...