Lexikon
Schlesien
polnisch ŚląskGeschichte
Nach Abwanderung der wandalischen Silingen (nach 300) wurde Schlesien von slawischen Stämmen besiedelt. Kaiser Friedrich I. Barbarossa errichtete 1163 die beiden schlesischen Herzogtümer Breslau und Ratibor. Später zerfiel Schlesien in zahlreiche Teilfürstentümer. Deutsche Siedler wurden begünstigt (Ostsiedlung). 1327 wurde der böhmische König Johann von Luxemburg Lehnsherr von Schlesien. 1526 fiel es an die Habsburger. Die schlesischen Fürstentümer bewahrten stets ihre Eigenständigkeit. Das sich nach der Reformation in Schlesien ausbreitende Luthertum wurde in der Gegenreformation wieder zurückgedrängt. Nach dem 1. Schlesischen Krieg fielen 1742 Niederschlesien, ein großer Teil von Oberschlesien und die Grafschaft Glatz an Preußen, das seiner neuen Provinz Schlesien 1815 die von Kursachsen erworbene Oberlausitz hinzufügte. Der südliche Teil Oberschlesiens blieb habsburgisch und bildete bis 1918 als Herzogtum das Kronland Österreichisch-Schlesien.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde der Regierungsbezirk Oppeln zur Provinz Oberschlesien erhoben. Die Regierungsbezirke Breslau und Liegnitz wurden zur Provinz Niederschlesien zusammengeschlossen. 1919 kam das Troppauer Gebiet und der Westen des Teschener Gebiets an die Tschechoslowakei, 1938 der Regierungsbezirk Troppau zum Sudetenland, das Olsagebiet an Polen und 1939 zum Regierungsbezirk Kattowitz. Die östliche Hälfte des Teschener Gebiets kam 1920 zu Polen und wurde mit dem 1922 vom Reich abgetretenen Ostoberschlesien zur Wojewodschaft Schlesien vereinigt. Da der neu gegründete polnische Staat ganz Oberschlesien gefordert hatte, war im Versailler Vertrag für dieses Gebiet eine Abstimmung festgesetzt (Abstimmungsgebiete), gleichzeitig jedoch ohne Abstimmung das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei, die nördlichen Grenzgebiete des Regierungsbezirks Breslau an Polen abgetreten worden. Aufgrund der Abstimmung von 1921, die eine klare Mehrheit für das Verbleiben beim Reich ergab, stellte auch Deutschland die Forderung auf ganz Oberschlesien (Industriegebiet). Nach Völkerbundsratsbeschluss erhielt jedoch Polen den wertvolleren Teil Oberschlesiens. 1934 wurde die 1919 geschaffene deutsche Provinz Oberschlesien mit Niederschlesien vereinigt, nach Rückeroberung im 2. Weltkrieg 1941 als Provinz wiederhergestellt. Die am Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht 1945 etwa 1,5 Mio. im Land verbliebenen und die 1 Mio. bis zur Sperrung der Grenzen an Oder und Neiße sowie zur Tschechoslowakei zurückgekehrten Schlesier wurden in den folgenden Jahren zum größten Teil vertrieben. Schlesien wurde polnischer Verwaltung unterstellt (1990 endgültig völkerrechtlich bestätigt), bis auf das Gebiet westlich der Oder-Neiße-Linie, das zu Sachsen kam. Auch das Hultschiner Ländchen im Süden verblieb bei der Tschechoslowakei, heute Tschechische Republik.
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