Lexikon

Suttner

Bertha Freifrau von, österreichische Pazifistin
Aufrüstung als Friedenssicherung?
Aufrüstung als Friedenssicherung?
Die Rüstungshektik der europäischen Mächte erkannte Bertha von Suttner als möglichen Vorboten eines großen nächsten Krieges. In ihrer Zeitschrift Die Friedenswarte schrieb sie im März 1913:

Der europäische Überrüstungswahnsinn hat einen neuen Anfall... bekommen, auf den niemand gefasst sein konnte. Mitten in einer Zeit, wo die ganze europäische Diplomatie angeblich damit beschäftigt ist, Schwierigkeiten und Streitfragen zu schlichten,
wo es überall zwischen den Mächtegruppen 〉Entspannungen〈, Annäherungen und dergleichen gibt; wo durch die so hoch gestiegenen Lasten der Militärausgaben und die gleichzeitig steigenden Steuern, Zölle und Lebensmittelpreise die Völker an den Rand der Verzweiflung gebracht werden,
mitten in diese Friedenssehnsucht und Friedensnotwendigkeit nebst offizieller Friedensbeteuerung platzt plötzlich in Deutschland eine neue Milliardenforderung für Heeresverstärkung, die in Frankreich augenblicklich mit dem Antrag auf Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit beantwortet wird. Beiderseitig zur Sicherung des Friedens natürlich. Sie werden nicht müde, diese Lügenphrase ... zu wiederholen...
Und so lassen sich diese gegenseitigen Drohungen in einer rückwärts liegenden Kette durch unendlich viele Glieder zurückverfolgen; soll diese Kette denn auch endlos in die Zukunft verlängert werden? Das geht einfach nicht.
Ein gewaltsames Ende muss da kommen. Entweder Krieg oder Revolution oder - was auch denkbar ist - ein Erwachen der Vernunft. Ein Fallen der Schuppen von den Augen.
und Schriftstellerin, * 9. 6. 1843 Prag, † 21. 6. 1914 Wien; schrieb zahlreiche Romane (u. a. „Highlife“ 1886; „Eva Siebeck“ 1892; „Einsam und arm“ 1896). Mit ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ 1889, der weltweite Verbreitung fand, mit der gleichnamigen Zeitschrift (1892–1899) und mit der von ihr 1891 gegründten „Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde“ wurde sie eine führende Repräsentantin des Pazifismus. Sie regte Alfred Nobel zur Stiftung des Friedensnobelpreises an, den sie 1905 als erste Frau erhielt. „Memoiren“ 1909; Gesammelte Schriften, 12 Bände. 1906/07.
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