Wahrig Herkunftswörterbuch
Spießbürger
Heutzutage häufiger in der abgekürzten Form Spießer verwendet, bezeichnete das Wort Spießbürger ursprünglich einen wehrhaften Städter. Im 10. Jahrhundert, als Kaiser Heinrich I. viele Stadtgründungen vorgenommen hatte, wurde zu Burg das Wort Bürger gebildet. Um ihre Stadt zu verteidigen, verwendeten diese Bürger Spieße, während die Soldaten Hellebarden trugen. Die abwertende Bedeutung „engstirniger, antiquiert denkender Mensch“, die das Wort Spießbürger heute hat, entstand erst, als die Kleinstädter, die nie über ihre Stadt hinausgekommen waren, an diesen Spießen als Verteidigungswaffen festhielten, während andernorts längst Feuerwaffen eingesetzt wurden. Natürlich waren sie mit den überholten Spießen hoffnungslos unterlegen. Zum Spottnamen für Menschen, die sich dem Fortschritt verschließen und geistig rückständig sind, machten den Begriff die Studenten im 17. Jahrhundert, die sich selbst für weltoffen hielten. Im 19. Jahrhundert wurde die Abkürzung Spießer geprägt, die auch heute noch – nicht nur unter Studenten – als Schimpfname für Kleinbürger verwendet wird.
Wissenschaft
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Wissenschaft
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Luftbildarchäologen halten Ausschau nach verräterischen Merkmalen etwa in Getreidefeldern, um verborgene Baureste aufzuspüren. Dabei profitieren sie von den Effekten des Klimawandels. von ROLF HEßBRÜGGE Wenn Ronald Heynowski auf den Soziussitz der kleinen Ikarus- C42-Propellermaschine klettert, nimmt er neben einer...