Wahrig Herkunftswörterbuch
Strohwitwe
Das Stroh hat in deutschen Wendungen seinen festen Platz, etwa im Strohfeuer, das – schon bei Ovid – für eine „heftige, aber viel zu kurze Begeisterung“ steht. Ein Strohkopf ist dumm, weil er nicht viel mehr als Stroh im Kopf hat, und er ähnelt damit nicht nur der Vogelscheuche, sondern auch dem Strohmann. Dieser Begriff ist jüngeren Datums und beschreibt eine Person, die im Vordergrund für einen unbekannten Drahtzieher handelt. Zwar um eine Frau, doch nicht um die Witwe eines Strohmanns handelt es sich bei der seit dem frühen 18. Jh. dokumentierten Strohwitwe. Hier steht das Stroh für das Nachtlager, in dem die für eine gewisse Zeit auf sich selbst Angewiesene keinen wärmenden, liebenden Gatten vorfindet. Die Trauer der Alleingebliebenen vermengt sich hier jedoch mit der Freude darüber, auch einmal frei und unabhängig zu sein. Davon abgeleitet wurde später die männliche Form Strohwitwer.
Wissenschaft
Das Land, das die Sklaven formten
Im Mittelalter erstreckte sich im Süden des heutigen Irak eine Kulturlandschaft, in der die arabischen Eliten mittels eines gewaltigen Bewässerungsnetzwerks eine Plantagenwirtschaft betrieben. Zur Arbeit dort wurden Tausende Sklaven gezwungen, die sogenannten Zanj. von DAVID NEUHÄUSER Es wird von unmenschlichen Bedingungen...
Wissenschaft
Mit der Maschine auf Du und Du
Vor zwei Jahren wurden Chatbots wie ChatGPT zu eloquenten Antwortmaschinen, Bildgeneratoren erschufen nach Texteingaben fast perfekte Bilder. Nun machen solche Systeme der Künstlichen Intelligenz aus Robotern smarte Maschinen, die eigenständig Aufgaben lösen können. von ULRICH EBERL Seit über einem Jahrhundert ist das Deutsche...